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| Erwartungen: |
| Viel Presselob, drei Oscar-Preisträger in den Hauptrollen, ein auf Tatsachen basierendes weltpolitisches Ereignis, dessen Nachwehen bis weit in die heutige Gegenwart zu spüren sind, in Mike Nichols einen versierten Regisseur. Simpel gesagt: erwartet habe ich einen gut gespielten, solide inszenierten, satirisch angehauchten, politisch anspruchsvollen Film. Klingt nach einer ganzen Menge, aber dennoch habe ich nicht etwa mit einem Überfilm gerechnet. |
| MITTEL |
| Umstände: |
| Ein verregneter Vormittag, leichte Halsschmerzen aufgrund einer Kehlkopfinfektion. |
| OHNE EINFLUSS |
| Bilder:: |
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| IN ZAHLEN
Jahr: 2007
Länge: ca. 98 Min
US-Kinostart: 21.12.2007
dt. Kinostart: 7.02.2008
Budget: 75 Mil.
Box Office: 119 Mil.
(USA: 66,6 Mil. / weltweit: 52,3 Mil.)
Bestenliste: 49 (weltweit 2007)
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CAST
Tom Hanks
Philip Seymour Hoffman
Julia Roberts
Amy Adams
Emily Blunt
Rachel Nichols
Shiri Appleby
Ned Beatty
Erick Avari
Jud Taylor
Om Puri
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CREW
Regie: Mike Nichols
Drehbuch: Aaron Sorkin
Kamera: Stephen Goldblatt
Schnitt: John Bloom,
Antonia Van Drimmelen
Musik: James Newton Howard
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Der texanische Kongressabgeordnete, Frauenheld und Lebemann Charlie Wilson entdeckt sein Gewissen, als er in den 1980ern ein Flüchtlingslager in Afghanistan besucht. Fortan greift er effektiv und effizient zur finanziellen Unterstütung des afghanischen Milltärs gegen sowjetische Besatzungstruppen ein. Unterstützt wird er von dem schnoddrigen CIA-Agenten Gast Avrakotos und der steinreichen Sexbombe Joanne Herring…
Vom Einspielergebnis her (118 Mil. weltweit) liegt Der Krieg des Charlie Wilson weit unter Tom Hanks üblichem Niveau. Künstlerisch reiht er sich jedoch nahtlos in die Vita des zweifachen Oscar-Preisträgers ein.
Insgesamt weniger witzig, dafür aber um einiges drastischer in Bezug auf die Darstellung des Afghanistan-Sowjetunion-Konflikes, als ich es erwartet hatte, ist der Film alles andere als seichte Unterhaltung. Wenn Tom Hanks in der Rolle des saufenden, koksenden und Frauen abschleppenden Kongressabgeordneten im afghanischen Flüchtlingslager Kindern begegnet, denen von Minen die Gliedmaßen abgesprengt wurden, ist nicht nur er, dann ist auch der Zuschauer bestürzt. Dennoch besitzt der Film auch einiges an satirischen Elementen. Hanks’ Eskapaden und vor allem Phiip Seymour Hoffmans großartige Darstellung des zynischen, frustrierten CIA-Mannes sorgen dafür, dass das Geschehen nicht zum trocken-moralischen Geschichtsunterricht wird. Ihre Darstellungen sind politisch erfrischend unkorrekt, dieses schwächt das Gewicht des Themas nicht etwa ab, vielmehr verleiht es ihm eine menschliche Komponente. Charlie Wilsons Handlungen, die den Etat zur Unterstützung der afghanischen Truppen von anfangs 5 Millionen auf 1 Milliarde in die Höhe treiben, sind menschlich nachvollziehbar. Und dabei umso gewichtiger, wenn man sich vor Augen führt, dass es seine auf ganz subjektiven Impressionen beruhende Initiative war, die quasi den Terrorismus zu dem gemacht hat, was er heute ist.
Einen Großteil seiner Qualität verdankt Der Krieg des Charlie Wilson der Verlässlichkeit und Güte seiner Darsteller. Auch in leicht absurd gezeichneten Momenten bleiben die Charaktere authentisch. [Achtung Spoiler! Zum Leser markieren]Hanks’ stärkster Moment ist dabei das Ende, in dem Wilson um die Bewilligung von 1 Millionen zum Bau von Schulen in Afghanistan bittet – und dies abgelehnt wird. Im Anschluss wird ihm ein Orden für den Sieg über den Kommunismus verliehen – und Tom Hanks’ Gesichtsausdruck spiegelt wieder, was der echte Charlie Wilson aussprach: »Diese Dinge passierten. Sie waren glorreich und veränderten die Welt… und dann haben wir das Endspiel versaut.«[Spoiler Ende]
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