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Review: RESCUE DAWN

Rescue DawnDrama – Freigegeben ab 12

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Erwartungen:
Kann man von Christian Bale noch etwas anderes als tolle Darstellungen erwarten? Falls ja, so habe ich es in diesem Fall mit Sicherheit nicht getan, auch weil beinahe alles, was ich im Vorfeld über den Film wusste und gehört hatte, mit Bales Leistung in Verbindung stand. Über Gleichförmigkeiten mit anderen Filmen bezüglich des Vietnam Settings hatte ich mir im Vorfeld keine Gedanken gemacht, sprich ich glaubte nicht, einen Full Metal Jacket oder Platoon zu sehen. Bezüglich des Regisseurs Werner Herzog hatte ich keine Erwartungshaltung, da ich bisher keines seiner Werke gesehen hatte. Dennoch:
HOCH

Umstände:
Einigermaßen erholt von schwerer Erkältung und erfreut, den Film endlich erstanden zu haben, nachdem er in Deutschland nicht in den Kinos gelaufen war und auch ein DVD-Release lange im Unklaren schwebte. Insgesamt:
GUTER EINFLUSS

Bilder::
IN ZAHLEN

Jahr: 2007
Länge: ca. 120 Min

US-Kinostart: 27.07.2007
dt. DVD-Start: 15.01.2009

Budget: 10 Mil.
Box Office: 7,1 Mil.
(USA: 5,4 Mil. / weltweit: 1,6 Mil.)
Bestenliste: 226 (weltweit 2007)

CAST

Christian Bale
Steve Zahn
Jeremy Davies
Toby Huss
Lek C. Chunsuuiwat
Abhijati ‚Meuk‘ Jusakul
Craig Gellis
Francois Chau
Teerawat Mulvilai

CREW

Regie: Werner Herzog

Drehbuch: Werner Herzog

Kamera: Peter Zeitlinger

Schnitt: Joe Bini

Musik: Klaus Badelt


Inhalt

Der deutsche Dieter Dengler, Pilot der United States Navy, wird im Jahre 1965 bei seinem ersten Einsatz über dem Dschungel von Laos abgeschossen. Er gerät in Gefangenschaft und plant mit einigen Mitgefangenen die Flucht. Doch damit beginnt das Martyrium erst…


Der Film

Trotz seines wahren Hintergrundes, wodurch Handlung und Ausgang natürlich nicht viel Überraschungspotenzial bieten, liefert Rescue Dawn ein gutes Beispiel, wie mit minimalem technischen Aufwand, aber unter absolut authentischen Bedingungen ein Ergebnis maximaler Intensität erzielt werden kann. Werner Herzogs Inszenierung verzichtet gänzlich auf effekthascherische Spielereien, sowohl dramaturgisch, als auch visuell. Kameramann Peter Zeitlinger unterstützt Herzogs beinahe dokumentarischen Stil durch eine situative Bildgestaltung. Statt die Einstellungen und Szenen aufwendig zu komponieren (sie einzuleiten, ihnen einen Höhepunkt zu verschaffen, sie ausklingen zu lassen…) und ihnen somit etwas Artifizielles beizumengen, bildet Zeitlinger nur ab, was ihm vor die Linse kommt. Dieser von Herzog bewusst vermiedene Effekt einer „künstlichen Ästhetik“ (wie der Regisseur es nennt) verleiht dem Film seine ganz eigene Wirkung. Alle elementaren filmischen Zutaten, wie Charakterzeichnung, Geschichte, Atmosphäre und Gestaltung der Schauplätze, können sich so voll und ganz entfalten, ohne von Zweit- und Drittrangigkeiten (Special Effects, klischeehafte Nebenfiguren, Sublots,…) in den Hintergrund gedrängt zu werden.

Die entscheidende Komponente des Films ist die gnadenlose Authentizität, die Herzog seinen Darstellern und auch sich selbst während der Dreharbeiten und seinem Publikum während des Betrachtens zumutet. Besonders Christian Bale werden hier Abscheulichkeiten und Martyrien zugemutet, die der Ausnahmeschauspieler nicht unter Protest, sondern vielmehr mit dem ihm eigenen Willen zum Ausloten seiner physischen und psychischen Grenzen entgegennahm. Ob beim Vertilgen von Maden, kopfüber hängend mit einem Ameisennest vor das Gesicht gebunden, barfuss durch dichten Dschungel watend, nichts erschien Bale als zu große Zumutung, um die Gefangenschaft des Dieter Dengler so hautnah und eindringlich wie möglich zu portraitieren.

Bei all den offensichtlichen Qualen und Strapazen wird Dengler jedoch nie zu einem Charakter, der sich von diesen Umständen diktieren lässt. Das viel geschundene, später ausgehungerte Äußere kontert Bale mit nicht minder ausgeprägter innerer Kraft und einem grundsatzoptimistischen Lebenswillen, mit dem wohl auch der echte Dieter Dengler damals im Stande war, dieses ‚Abenteuer’ zu überleben. Dabei lässt der Waliser seine Darstellung mehr als einmal und besonders im Zusammenspiel mit seinen Mitgefangenen am nackten Wahnsinn kratzen. Diesem schon beinahe gänzlich zugewandt zeigt sich Gene DeBruin, gespielt von Jeremy Davies, der bereits seit über zwei Jahren in dem Lager gefangen gehalten wird. Davies Spiel erinnert dabei etwas an seine Rolle in Steven Soderberghs Solaris, als Konterpart zum enthusiastisch Fluchtpläne schmiedenden Dengler sorgt sein manisch auf Freilassung hoffender DeBruin aber für einige der spannendsten Momente des Films. Außerdem erkennt man an ihm, mehr noch als später an Christian Bale, die körperlichen Auswirkungen der Gefangenschaft. Der ohnehin sehr dünne Davies hungerte sich für die Rolle weitere 15 Kilo vom Körper. Ein nahe gehender, beängstigender, gleichwohl mitreißender Anblick. An DeBruins Charakter lässt sich im Übrigen bei der späteren Fluchtsequenz mit am treffendsten festmachen, inwieweit Herzog eine konventionelle Dramaturgie umgeht.

Getragen wird der Film nicht zuletzt auch von einer starken musikalischen Untermalung durch Klaus Badelt. Sein zumeist subtiler, in den passenden Augenblicken ausschweifender Score ermöglicht oft den emotionalen Zugang, an dem es der Inszenierung durch Herzogs nüchternen Stil manchmal zu deutlich fehlt, um mit dem Geschehen wirklich mitfiebern zu können.


Wertung & Fazit


Relevante Themen in ChristiansFoyer
Stars im Portrait: CHRISTIAN BALE

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ChristiansFoyer

is written,

produced and directed

by Christian Hoja

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