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| Erwartungen: |
| An einen Film mit Johnny Depp und von Tim Burton keine hohen Erwartungen zu haben fällt bei den zurückliegenden gemeinsam Arbeiten des Ausnahmeregisseurs und seines Lieblingsstars sicher schwer. Aber: ich bin sicher nicht der größte Musical-Fan, was mich vor dem Film lange hat etwas zurückschrecken lassen. Drum: |
| MITTEL |
| Umstände: |
| Die DVD zum Sparpreis ergattert, ein gemütlicher Nachmittag und die Gewissheit, unter diesen Umständen bei einem Burton/Depp-Film nicht daneben liegen zu können, Musical hin oder her. |
| GUTER EINFLUSS |
| Bilder:: |
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| IN ZAHLEN
Jahr: 2007
Länge: ca. 116 Min
US-Kinostart: 21.12.2007
dt. Kinostart: 21.02.2008
Budget: 50 Mil.
Box Office: 152 Mil.
(USA: 52,8 Mil. / weltweit: 99,6 Mil.)
Bestenliste: 36 (weltweit 2007)
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CAST
Johnny Depp
Helena Bonham-Carter
Alan Rickman
Timothy Spall
Jayne Wisener
Jamie Campbell Bower
Laura Michelle Kelly
Ed Sanders
Sasha Baron Cohen |
CREW
Regie: Tim Burton
Drehbuch: John Logan
Kamera: Dariusz Wolski
Schnitt: Chris Lebenzon
Musik: Stephen Sondheim
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Der Barbier Benjamin Barker wird durch eine Intrige des mächtigen Richters Turpin unschuldig angeklagt und verbannt. Turpin nimmt sich Barkers Frau und Tochter an. 15 Jahre später kehrt Barker als Sweeney Todd zurück. Und sinnt auf blutige Ruhe…
Nach den zuletzt eher zahmen Big Fish und Charlie und die Schokoladenfabrik begibt sich Tim Burton mit Sweeney Todd zurück auf blutige, tiefschwarz-humorige Pfade. Seine Verfilmung des Musicals (widerum basiered auf einem Roman) bietet die typischen Burton-Zutaten, wie perfekte Ausstattung, unverwechselbare Sets, sowie seinen visuellen Hang zu morbiden und bizarren Elementen und eine ausbalancierte Mischung aus Horror und Komödie. Dazu gesellt sich in Sweeney Todd die Musik. Die Songs aus Stephen Sondheims Broadway-Musical fügen sich dabei inhaltlich, wie auch von ihrer klanglichen Dynamik sehr homogen in Burtons typische Optik und werden von den Darstellern durchweg überzeugend vorgetragen. Zwar wiederholen sich viele Motive des öfteren, dennoch zeigen sich keine Abnutzungserscheinungen.
Betreffs der Musical-Komponente kann man Sweeney Todd somit nichts ankreiden. Filmisch betrachtet relativiert sich das ein wenig. Die Story des rachsüchtigen Barbiers bietet im Grunde nicht viel. Ohne den Gesang ließe sich das Geschehen auf Format eines Kurzfilms herunterrechnen. Das ist natürlich nicht wirklich ein Vorwurf, da es schließlich ein Musical ist, dennoch boten andere aktuelle Genre-Vertreter wie Moulin Rouge oder Chicago breitgefechertere Storylines. Zudem wirkt einiges an Handlungsabläufen arg konstruiert und teilweise vorhersehbar, verfehlt seine Wirkung durch die Konsequenz des Schlusses dennoch nicht. Das relativ frühe (erste) Zusammentreffen der Widersacher Todd und Turpin raubt der Story außerdem einen Schub an Spannung. Durch das zwar atmospärische, aber auch auf wenige Schauplätze limitierte Setbild bleiben Burton nicht viele Möglichkeiten, die Songs visuell zu variieren, außer einer Szene, in der sich Todds Gehilfin Mrs. Lovett eine gemeinsame Zukunft erträumt. Diese herrlich komische Szene bietet einen auflockernden optischen Farbklecks, wofür im übrigen Film höchstens die Blutfontänen sorgen. Wirkliche Kritikpunkte sind die genannten Beispiele jedoch nicht, sie wären es letztlich höchstens für einen ‘reinrassigen’ Film.
Das Schauspielensemble um Burtons Stammschauspieler Johnny Depp und Helena Bonham Carter bietet nicht nur gesangliche Glanzleistungen. Depp, für seine Darstellung Oscar-nominiert, bringt die Manie und selbstzerstörerische Vergeltungssucht Sweeney Todds mit jedem Zucken seiner Gesichtsmuskeln zum Ausdruck, Alan Rickman gibt den diabolischen Richter Turpin absolut überzeugend. Auch Bonham Carter schafft es dank ihres Talents den Gedanken an das ‘Ich-werde-nur-besetzt-weil-ich-die-Frau-des-Regisseurs-bin’-Klischee gar nicht erst aufkommen zu lassen.
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