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| IN ZAHLEN
Jahr: 2007
Länge: ca. 110 Min
US-Kinostart: 27.07.2007
dt. Kinostart: -
Budget: 20 Mil.
Box Office: -
(USA: – Mil. / weltweit: -)
Bestenliste: -
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CAST
Gerard Butler
Pierce Brosnan
Maria Bello
Claudette Mink
Chris Astoyan
Samantha Ferris
Emma Karwandy |
CREW
Regie: Mike Barker
Drehbuch: William Morrissey
Kamera: Ashley Rowe
Schnitt: Guy Bensley,
Bill Sheppard
Musik: Robert Duncan
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Für Werbefachmann Neil Randall könnte es kaum besser laufen: er hat eine große Beförderung in Aussicht, er und seine Frau Abby leben mit der gemeinsamen Tochter Sophie in den besten Verhältnissen. An einem Wochenende ist Neil zu einem wichtigen Gespräch bei seinem Boss eingeladen, Abby möchte die Zeit mit einer Freundin verbringen. Sie engagieren eine Babysitterin und machen sich auf dem Weg. Doch auf dem Rücksitz lauert plötzlich ein bewaffneter Unbekannter, die Frau, bei der sie Sophie gelassen haben, ist seine Komplizin und die Kleine nun in ihrer Gewalt. Der Mann zwingt Neil und Abby zu einem perfiden Spiel, bei dem sie ihm beweisen sollen, wie weit sie zu gehen bereits sind, während er dem erfolgreichen Paar nach und nach durch geschickte Schachzüge die Existenzgrundlage raubt. Doch auch zwischen Neil und Abby tun sich angesichts ihrer alptraumhaften Lage einige Risse auf…
Erfolg und Geld sorgen nicht nur für Freude und Freunde. Besonders erfolgsverwöhnte Werbe- und Marketingmänner bekommen öfter mal die Kehr- und Schattenseiten ihres scheinbar traumhaften Lebens vorgeführt. Thriller wie Joel Schumachers Phone Booth (2003) mit Colin Farrell als Zielscheibe eines Lektionen für’s Leben lehrenden Scharfschützen, oder Entgleist (2005), in dem Clive Owen und Jennifer Aniston zu Erpressungsopfern werden, reißen die Fassaden aus Luxus und Profit ihrer Protagonisten mit drastischen Mitteln ein. In diese Richtung zielt auch Spiel mit der Angst. In den ersten Minuten wird der klassische Erfolgstyp samt Vorzeigeheim und –familie vorgeführt, Neil Randall zieht auf der Arbeit die besten Aufträge an Land und das Lob seines Chefs auf sich und wenn letzterer es so will geht Neils Karriere auch mal auf Kosten eines Kollegen. Aber gleichzeitig ist der Emporkömmling auch ein durchaus fürsorglicher Vater mit gutem Draht zu seiner Tochter und nicht nur eines sündhaft teuren Armbandes zum Geburtstag für seine Frau Abby wegen ist sich deren Freundin sicher, dass Neil der beste Mann der Welt ist.
Aber es bröckelt auch bereits in den ersten Minuten. Abby trauert ihrer eigenen Karriere als Fotografin nach, die hinter Neils Aufstieg und Tochter Sophie höchstens noch die dritte Geige spielt, Arbeitskollege Jerry ist alles andere als glücklich über die Entscheidungen des gemeinsamen Chefs und das Neil im Büro der Tippse zuzwinkert lässt natürlich auch auf so einiges schließen. Genug Material also, auf das sich der unbekannte Mann stürzen kann, der plötzlich auf Neils und Abbys Rücksitz auftaucht. Der spielt zunächst „nur“ mit der Angst der Eltern, ihre Tochter zu verlieren, doch nachdem sie ihm ihren gesamten Kontostand in bar ausgehändigt haben und der Fremde die Scheine einfach anzündet und dann in einem Fluss versenkt ist klar, der hat es auf viel mehr als das Leben ihres Kindes im Tausch gegen schnöden Mammon abgesehen. Damit bedient sich Spiel mit der Angst einer alles andere als unbekannten Ausgangslage, nutzt die üblichen Motive, um Protagonisten und Antagonisten in einer Situation aus Verzweiflung und Ungewissheit gegenüber zu stellen. Der rätselhafte und überlegene Fremde, der sein Motiv nicht preis gibt, hetzt Neil und Abby mit unerbittlichen Zeitlimits quer durch Chicago – aber abgesehen davon, dass sich die windy city dabei wie üblich hervorragend als unverbrauchte Kulisse macht, wird das aus zwei gravierenden Gründen nicht sehr aufregend oder gar packend.
Grund Eins: nach der einfallenden Bedrohung passt das Verhalten von Neil und Abby oft einfach nicht, was nicht unbedingt an mangelnden mimischen Fähigkeiten Gerard Butlers und Maria Bellos festzumachen ist. Die machen ihre Sache, besonders Butler, nämlich ganz gut, mehr jedoch, als sie den Aufgaben ihres Peinigers Gehorsam zu leisten haben, müssen sie allzu merklich den Anweisungen und vorgeschriebenen Taten eines arg konstruierten Drehbuchs folgen und entsprechende, manchmal völlig unnatürlich wirkende Zeilen von sich geben. Das hier zwei Menschen aus dem Nichts ihr Lebensmodel unter den Füßen weggezogen bekommen findet in Butlers Performance erst sehr spät adäquaten Ausdruck, die selbstaufopferungsvolle Sorge der Eltern um ihre Tochter bleibt dagegen ein sehr ausdrucksschwacher Zustand. Grund Zwei ist Ex-Bond Pierce Brosnan. Der hat nach seinem letzten Auftrag als Doppel-Null-Agent in Die Another Day (2002) mit Rollen in Seraphim Falls (2006) oder Mamma Mia! (2008) bewiesen, dass für ihn mehr als nur der smarte Actionheld drin ist, in Spiel mit der Angst reichen ein Anderthalbtagebart und ein Zahnstocher im Mundwinkel aber bei weitem nicht aus, um den offensichtlichen »ohh, it’s Pierce Brosnan trying to play the evil guy«-Gedanken auszublenden. Der stiff-ass Brit (Zitat aus seinem ersten Bond-Einsatz GoldenEye) spielt keineswegs richtig schlecht, aber nur in ganz wenigen Momenten mit der Diabolik und Schärfe, die der Entführer durchgehend benötigt hätte, um für konstante Bedrohung zu sorgen.
Durch den geschickten Twist am Ende relativieren sich diese Schwächen natürlich… oder etwa doch nicht…? Nein, tun sie nicht, auch wenn der Film das gerne hätte. Brosnan statt einem der typischen Psychos’n‘Sadists zu besetzen (man denke zum Beispiel an Sean Bean oder Willem Dafoe) mag bei seiner persönlichen Auflösung sogar noch Sinn machen, dennoch macht selbst die Ankunft am schönsten Ferienort den holprigen Flug nicht vergessen. Und dazu kommt, dass sich die Wendung und Konklusion von Spiel mit der Angst nicht als belebendes Domizil herausstellt, sondern als ziemlich abgenutzte Baracke. Da fehlt es nicht bloß an Orginalität, sondern die vorangegangenen Ereignisse verlieren auch das letzte bißchen Sinn und Logik wenn klar wird, dass es bei ihrer Durchführung geradezu hellseherische Fähigkeiten vor allem in Bezug auf emotionale Reaktionen gebraucht hätte, um das ganze überhaupt voranzubringen.
Ein nicht überzeugender Bösewicht, eine unplausible Story, die den Figuren unpassendes Verhalten diktiert und ein Endtwist, der die Ereignisse nicht zum alles vorige legitimierenden Höhepunkt führt, sondern im Gegenteil nochmals deren mangelhafte Konstruktion aufdeckt – die wichtigsten Eigenschaften eines guten, atemberaubenden Thrillers verhaut Spiel mit der Angst. Dass er die Vorzeigeeltern und den skrupellosen Entführer aus ihren klaren weißen und schwarzen Ecken in eine Grauzone führt ist dem entgegen ein zwar ordentlich gelungener Ansatz, führt aber auch zwangsläufig dazu, dass man als Zuschauer irgendwann so recht auf niemandes Seite mehr stehen kann, und um sich das zu erlauben ist der Film dann widerum viel zu platt und eindimensional. Dies ergibt dann eben nicht das Aufwerfen spannender moralischer Fragen, sondern erzeugt tendenziell Desinteresse, egal, wie sehr Brosnan Butlers und Bellos Leben zur Tortur werden lässt. In einigen Szenen gefällt Spiel mit der Angst immerhin durch nette und effektive Kameraarbeit, etwa wenn der Entführer den unter Höhenangst leidenden Familienvater an den Rand eines Daches zwingt. Ebenso ist Robert Duncans Score hörenswert, neigt nur ganz selten zum Überdramatisieren des Moments.
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