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| Auszeichnungen: |
- Saturn Award 1992
3 Nominierungen: Bester SciFi-Film, Beste Special Effects, Bestes MakeUp
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| IN ZAHLEN
Jahr: 1990
Länge: ca. 103 Min
US-Kinostart: 21.11.1990
dt. Kinostart: 30.05.1991
Budget: 35 Mil.
Box Office: 57,1 Mil.
(USA: 30,6 Mil. / weltweit: 26,4 Mil.)
Bestenliste: 21 (weltweit 1990) |
CAST
Danny Glover
Gary Busey
María Conchita Alonso
Ruben Blades
Bill Paxton
Calvin Lockhart
Robert Davi
Adam Baldwin
Kent McCord
Kevin Peter Hall |
CREW
Regie: Stephen Hopkins
Drehbuch: Jim Thomas,
John Thomas
Kamera: Peter Levy
Schnitt: Mark Goldblatt,
Bert Lovitt
Musik: Alan Silvestri |
Arnold Schwarzenegger hat sie alle klein gekriegt: schlangenbeschwörende Schwarzmagier, Horden von Terroristen, den Mars, Kindergartenkinder, die Tücken der Schwangerschaft und so weiter. Der heutige Gouvernator Kaliforniens hat dermaßen viele Feinde besiegt und unter seiner Popularität begraben, dass man meinen könnte, dass niemand davon in Erinnerung geblieben ist. Auf alles irdische, dem die steirische Eiche sich gestellt hat, mag das sogar zutreffen, doch einer seiner härtesten Gegner stammte nicht von dieser Welt: 1987 dezimierte ein übermächtiger Außerirdischer im Dschungel Zentralamerikas ein Eliteteam unter Schwarzeneggers Führung, ehe der Österreicher persönlich den grausamen Killer gerade so bezwingen konnte. Und während Mr. Universum nur eine weitere Schlacht geschlagen hatte war es diesmal vorrangig sein Kontrahent, der aus John McTiernans Predator einen Kultstreifen werden ließ und die Titelfigur zu einer der beliebtesten und gefürchtetsten Kreaturen der Filmgeschichte machte. In verschiedenen Comicserien und Büchern wurde das Universum der Jägerrasse erweitert und natürlich konnte auch eine Fortsetzung auf der Leinwand nicht ausbleiben. Jedoch ohne Muskelberg Schwarzenegger, den das veränderte Setting nicht überzeugte und der lieber mit James Cameron das Mega-Sequel Terminator 2 drehte – welch weise Vorraussicht…
Das Los Angeles des Jahres 1997 ist dreigespalten, kolumbianische und jamaikanische Gangs kämpfen brutal und auf offener Straße um die Vorherrschaft im Drogengeschäft, die Polizei steht den Außeinandersetzungen machtlos gegenüber und verzeichnet mehr Verluste als Erfolge. Da braucht es schon einen harten Hund wie Detective Mike Harrigan, der sich von den Autoritäten nichts sagen lässt und mit seinen riskanten Methoden wenigstens ein paar Gangster von der Straße fegt. Doch plötzlich mischt sich eine vierte Partei in den Großstadtkrieg ein: ein außerirdischer Jäger, der Predator, erklärt Los Angeles in einem heißen, gewaltätigen Sommer zu seinem Jagdrevier – und vor dem gnadenlosen Monster ist niemand sicher…
Aus dem Dschungel in den Dschungel. Trommeln erklingen, Vögel zirpen und kreischen und eine schnelle Kamerafahrt enttarnt Geäst, Büsche und Bäume als den Vorhof zu einer ganz anderen Hölle: der Großstadt. Es ist ein brütend heißer Sommer, in den Straßenschluchten L.A.‘s regieren MG-Salven, Explosionen, kurz: das Chaos. Da gibt es viel zu beobachten für den Besucher from outer Space, die aus Teil Eins bekannte Thermalsicht kommt erneut zum Einsatz, diesmal gleich von Beginn an. Und schon das ist ein Problem von Predator 2. Im Gegensatz zum zweiten großen Killer aus dem All, dem Alien, ist der Predator eine sehr viel bestimmendere Figur, das Spiel läuft nach seinen Regeln, er reagiert nicht, er agiert. Was bedeutet, der Predator jagt. Das tat er im ersten Teil, das tut er im zweiten Teil, mit dem Unterschied, dass der Zuschauer nun nicht mehr die Perspektive der Protagonisten aus Predator teilt, sondern jenen aus Predator 2 mit seinem Wissen über die Vorgehensweise und den Antrieb des Monsters den wichtigen Schritt voraus ist, der in McTiernans Film für die Hochspannung sorgte. Die Alien-Filme setzten jeweils ganz verschiedene Schwerpunkte, banden die Möglichkeiten des Biestes und seiner Bezwinger an die Begebenheiten, während der Predator, ob nun im Dschungel oder in der Großstadt, ohne irgendeinen Unterschied seinem Schema nachgeht.
Wo es der Alien-Reihe gelang, durch wechselnde Grundstimmung und Settings Variablen in ein an sich kaum weniger starres Konzept zu transportieren, will auch Predator 2 dies durch Schauplatz, Story und Charaktere erreichen, aber so stur die Kreatur ihrem Beutezug nachgeht, so wenig passt das Brimborium um sie herum dazu, so wenig wirkt es auf sie und so wenig ändert es sie in irgendeine originelle Richtung. Die ständig lauernde Bedrohung, die ständige Ungewissheit, wann, gegen wen und nicht zuletzt wie der Predator zuschlagen würde, alles was dem ersten Teil Reiz und Spannung verlieh, kommt dem Nachfolger fasst völlig abhanden. Die erste Attacke der getarnten Schlachtmaschine findet bereits nach ein paar Minuten statt, richtet sich gegen einen ganzen Haufen kolumbianischer Drogendealer und ist genauso egal und willkürlich, wie das klingt und, da zudem Off Screen stattfindent, kein bißchen überraschend oder schockend. Tja, denkt man sich, hat’a halt ‘n paar Dealer umgelegt…
Den Cops um Harrigan und seine Partner Danny und Leona geben von der Decke hängende und ausgeweidete Leichen schon eher Rätsel auf und als dann auch noch das FBI unter Leitung von Special Agent Keyes anrückt und die bestialischen Tötungen zur Chefsache erklärt fühlt sich der Autoritätsallergiker Harrigan natürlich erst recht dazu aufgefordert, in dem Fall drauflos zu ermitteln. Währenddessen unterbricht der Predator das Voodoo-Ritual einiger Jamaikaner, die einen kolumbianischen Drug Lord hinrichten und abgesehen davon, dass der Außerirdische ein paar neue Spielzeuge mitgebracht hat, ist auch das wieder nur lapidares Weggemetzel, da man auf keine der Figuren einen Dreck gibt. Im Gegensatz zum ersten Teil, in dem der Predator seine Beute nach und nach von der Gruppe separiert anvisierte und jedem seinen eigenen schmerzhaft-brutalen Abgang „gönnte“, setzt Predator 2 die Meuchelmethoden in einer Art Massenabfertigung aneinander, die mit dem Motiv der Jagd zum Erringen von Ehre nicht viel zu tun hat, sondern sich vielmehr darauf verlässt, dass Fans damit zufrieden zu stellen sind, das Monster einfach nur metzeln zu sehen. Das reicht aber nicht nur im Vergleich zum Vorgänger nicht aus, sondern überzeugt auch für sich nicht wirklich, denn dafür steckt, trotz nicht gerade geringem Gewaltgrades, einfach zu wenig Schmackes und Härte hinter den Kills. Zu vieles passiert Off Screen, aus zu großer Entfernung oder mit irgendetwas im Bild, das das Grauen verdeckt.
Der Predator macht also keinen Unterschied zwischen Jamaikanern und Kolumbianern und die Cops überlegen schon, den Unbekannten auf die eigene Lohnliste zu setzen, bis er einen der ihren umbringt. Harrigan nimmt die Sache fortan persönlich und will sich von niemandem auf seinem Weg aufhalten lassen, den Killer zur Strecke zu bringen. Dazu trifft er sich zunächst mit dem jamaikanischen Drug Lord King Willie und Predator 2 offenbart in seiner überflüssigsten Szene, warum er nicht funktioniert. Harrigan trifft King Willie, federbehängt redet der von Dämonen und der anderen Seite und würfelt, ganz Voodoo-Priester, mit ein paar Hühnerknochen. Harrigan erfährt nichts, der Zuschauer weiß es sowieso besser, der Cop verschwindet, der Big Boss der Jamaikaner bleibt allein in einer heruntergekommenen Gasse zurück. Der Predator taucht auf, die beiden bauen sich dramatisch voreinander auf, einen Schrei und einen Schnitt später marschiert er mit King Willies Kopf davon. Dieser ganze „Gang vs. Gang und L.A. geht vor die Hunde“-Plot, wer es da auf wen abgesehen hat, wer da wessen Anführer ist und vor allem, wen der Predator killt – das ist alles völlig egal und total uninteressant und aus Sicht des Predators wie Kastanien sammeln: wo grad eine liegt, da wird sie halt aufgehoben.
Der indianische Spurensucher Billy war in Predator eine wandelnde Sterotypie, von Sonny Landham aber charismatisch gespielt. In Predator 2 überhäufen die Sterotypen von kiffenden, rastaschwenkenden Voodoo-Jamaikanern und koksenden Kolumbianern die erste Filmhälfte und einzig auf sie lässt man den Trophäenjäger los. Hälfte zwei hingegen kümmert sich um irgendwelche Bandenkonflikte dann überhaupt nicht mehr, stattdessen springt der Predator in einer weiteren Kastaniensammlerszene in einen U-Bahn-Wagon, in dem nicht nur ein paar Kleingangster, sondern auch sämtliche Fahrgäste und die zufällig anwesenden Cops Leona und Jerry Waffen tragen. Eine weitere Flair-freie Massenabschlachtung später nimmt Harrigan die Verfolgung des Monsters auf und stößt dabei auf Keyes und sein Einsatzteam. Ab hier nun geht Predator 2 letztlich vollends daneben. Obwohl Harrigan sicherlich schon einige Zeit gehabt hat, um sich über die Herkunft des mysteriösen Meuchlers Gedanken zu machen, zeigt er, als Keyes nun dessen außerirdische Herkunft und die jahrelange Suche nach dem Wesen zur Tatsache macht – überhaupt keine Regung. Danny Glover ist fraglos ein Darsteller, der mehr Talent besitzt als die gesamte Riege um Schwarzenegger im Vorgänger zusammen genommen. Doch selbst denen hat man es abverlangt, auf die Vorgänge und deren Auslöser Reaktion zu zeigen. Glover hingegen lässt man einfach weitermachen, als wäre ein Außerirdischer, der mit hoher technischer Überlegenheit die Erde zu seinem Jagdrevier macht, das selbstverständlichste aller Dinge.
Für den benötigten Drive sorgt diese „Wendung“ aber ohnehin nicht, Keyes verknüpft ein paar (für den Zuschauer) Klarheiten, etwa dass der Predator Wärme sehen kann, verweist auf die Ereignisse in Zentralamerika von vor zehn Jahre und deckt ansonsten mit seinen Aussagen die ganzen Ungereimtheiten seiner Einheit auf. Ein Leben lang meint Keyes, hat er auf die Gelegenheit einen der Außerirdischen zu fangen gewartet. Wenig sinnige Aussage, wenn die Suche erst vor zehn Jahren begann. Über zwei Wochen habe man gebraucht, um die Gewohnheiten des Predators zu erforschen. Das scheint einerseits recht kurz, stellt man sich die Handlungsmuster des Jägers doch irgendwie komplexer vor. Andererseits erscheint es recht lang, wenn als einziges Ergebnis die regelmäßige Nahrungsaufnahme des Predators in einem Schlachthaus steht und er ansonsten lustig weiter gemordet hat. Doch auch dem Predator selbst wird jede Glaubwürdigkeit genommen, als man ihn einen Uhrenturm erklimmen lässt, auf dessen Spitze angekommen er jubelschreiend (wie kann das unter dem Helm überhaupt klappen?) und OHNE Tarnung einen erbeuteten Schädel feiert. Was eine coole Pose sein soll wird spätestens lächerlich, als in den Kampfspeer des Predators ohne jede Wirkung der Blitz eines sehr partiell auftretenden Gewitters einschlägt… Mit dem Stealth Hunter des ersten Teils hat das jedenfalls nichts zu tun.
Am meisten gegenüber seinem Vorgänger (aber auch losgelöst vom Vergleich) fällt in Predator 2 der Showdown ab. Keyes‘ Team ist chancenlos und es bleibt Harrigan überlassen, das Monstrum klein zu kriegen. Nicht nur gibt es hier total unpassende Comedy-Einlagen, wie ein altes Lockenwicklertantchen, dass sich dem Predator mit einem Besen entgegen stellt, zudem sollte man, wenn überhaupt, nicht das Alien die Oneliner raushauen lassen, auch wenn sie nur die Wiedergabe dessen sind, was der Predator im Laufe des Films aufgeschnappt hat. Der Endkampf im Raumschiff des ungebetenen Besuchers ist dann, besonders nachdem sich der angeschlagene Predator unmittelbar zuvor ellenlange selbst verarztet hat, geradezu erbärmlich, dauert nur ein paar Hiebe und hat außer dem Gag mit einem gewissen Schädel in der Trophäensammlung rein gar nichts zu bieten. Schuld daran trägt auch Danny Glover. Hätte man ihn als komplettes Gegenteil zu Schwarzenegger aufgebaut, zu einem stinknormalen Cop gemacht, der von der Situation völlig überfordert ist, aber letztlich über sich hinaus wächst, hätte er funktionieren können. Dadruch, dass er aber ein ganz Harter sein soll, der in all seiner Abgebrühtheit das Geschehen einfach bei den Eiern packt, Glover dafür aber meist viel zu sanft wirkt (und sowieso sein ewiges »I’m too old for this shit« auf der Stirn trägt), überzeugt er weder als würdiger Gegner für den Predator, noch als der typisch-untypische Actionheld, der zuvorderst mit den eigenen Schwächen zu kämpfen hat. Ein paar Pluspunkte verdient sich Predator 2 letzten Endes einzig durch den Einsatz von Alan Silvestris erinnerungswürdigem Score und dadurch, dass seine Titelfigur immer noch von der Faszination ihres brillianten Designs lebt, wobei Effekte-Guru Stan Winston dem unter dem Kostüm steckenden Kevin Peter Hall eine in ihren mimischen Möglichkeiten nochmals verbesserte Maske verpasst hat.
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