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Review: KNIGHT AND DAY – EXTENDED CUT

Knight and Day – Extended Cut - Action-RomCom - Freigegeben ab 12



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Erwartungen:
Die Trailer waren so schlecht nicht, mit James Mangold ein genreübergreifend fähiger Regisseur am Werk, Cruise, Diaz, ja, die gehen auch klar, wenn sonst niemand verfügbar ist, die Kritiken waren auch tendenziell wohlwollend, drum:
MITTEL

Umstände:
Ein freier Tag vom Babyhüten, dazu den vermeintlich passenden Film.
GUTER EINFLUSS

Bilder::
IN ZAHLEN

Jahr: 2010
Länge: ca. 112 Min

US-Kinostart: 23.06.2010
dt. Kinostart: 22.07.2010

Budget: 117 Mil.
Box Office: 260 Mil.
(USA: 76,4 Mil. / weltweit: 184 Mil.)
Bestenliste: 21 (weltweit 2010)

CAST

Tom Cruise
Cameron Diaz
Maggie Grace
Peter Sarsgard
Paul Dano
Marc Blucas
Viola Davis
Jordi Mollà
Falk Hentschel

CREW

Regie: James Mangold

Drehbuch: Patrick O’Neill

Kamera: Phedon Papamichael

Schnitt: Quincy Z. Gunderson,
Michael McCusker

Musik: John Powell


Die breite Masse des US-Kinopublikums überhörte im Jahr 2010 das Bitten und Flehen einer ganzen Reihe von Filmen, die so gern ein ganz großer Hit geworden wären und auch als potenzielle solche eingeschätzt worden waren. Ridley Scotts aufwendige Robin Hood-Neuinterpretation und das Angelina Jolie-Vehikel Salt wuppten gerade so über die 100 Millionen Marke, an der die Prominenz aus Sex and the City 2 und The A-Team scheiterte, ganz besonders hart traf es den erfolgsverwöhnten Produzenten Jerry Bruckheimer, der mit Prince of Persia: Der Sand der Zeit und The Sorcerer’s Apprentice gleich zwei kommerzielle Flops auf heimischem Boden hinnehmen musste. Und dann gab’s da noch ein Trio grundzutatenähnlicher Werke, das böse an die Wand des Desinteresses klatschte: die romantische Actionkomödie oder actionreiche Romantikkömodie oder komödiantische Actionromanze versuchte es gleich in drei Starkonstellationen, im Frühjahr mit Jennifer Aniston und Gerard Butler in Der Kautions-Cop, im Juni mit Katherine Heigl und Ashton Kutcher in Killers und schließlich, rein von den Namen her wohl am größten klingend, mit Cameron Diaz und Tom Cruise in Knight and Day.


Inhalt

In einer kleinen Werkstatt in Boston restauriert June Havens alte Karossen und träumt ansonsten vom Irgendwann: irgendwann in den GTO steigen, den ihr Vater ihr vererbt hat, und bis runter ans Kap Hoorn fahren. Am Flughafen lernt June den charmanten Roy Miller kennen und nachdem die beiden ins Gespräch kommen scheint zumindest schonmal ein Traummann gefunden. Doch der entpuppt sich alsbald als gesuchter Geheimagent, der etwas in seinen Besitz gebracht hat, hinter dem nicht nur das FBI her ist. Eine Batterie von unerschöpflicher Energie, entworfen von dem jungen Superhirn Simon Feck, den Roy vor dem Zugriff der eigenen Leute zu schützen versucht. Für June beginnt ein wilder Trip quer über den Globus…


Der Film

Bei einem Film, der aus drei so deutlichen Genreelementen zusammengerührt ist, ist die Sache eigentlich klar: hier gibt’s kein Fifty-Fifty, es muss die Zweidrittelmehrheit her. Auf die bringt es von den oben genannten ActionRomComs als einzige Knight and Day, ist tatsächlich sogar von allen oben genannten der Film, der die ihm zu teil gewordene Missachtung mit am wenigsten verdient hat. Zu der wäre es wohl vor zehn Jahren nicht gekommen, denn obwohl Knight and Day dank der weltweiten Kassenergebnisse noch ein einigermaßen zufriedenstellendes Resultat verbuchte, wäre er zu der Zeit, als Tom Cruise und Cameron Diaz mit Mission: Impossible II und 3 Engel für Charlie den Karrierehöhepunkt erreichten, wohl zum absoluten Megahit geworden. Doch nun, wo Cruise‘ Ruf ramponiert und Diaz nicht mehr Dreißig ist und beide sich mit den resultierenden Gesetzmäßigkeiten Hollywoods konfrontiert sehen genügen ihre Namen auf dem Filmplakat nicht mehr. Was sie aber auch nicht müssen, denn Knight and Day hat auch sonst genug zu bieten.

Die Action:
Klarer Schwerpunkt gegenüber Rom und Com und zuvorderst dafür zuständig, Knight and Day bloß nicht in die Nähe eines Films kommen zu lassen, der sich Punkte in der Kategorie Anspruch verdienen will. Hier ist alles dermaßen over the top, wie es überhaupt nur sein kann, ohne dass Superanzüge (wie in G.I. Joe), Riesenroboter (Transformers) oder irgendwelche Superkräfte eines beliebigen Comichelden zur Plausibilisierung zum Einsatz kommen. Egal, ob Roy Miller ein Passagierflugzeug notlandet, in voller Fahrt von Autodach zu Autodach springt oder sich Schläge- und Schießereien mit allerlei gesichtslosen Kontrahenten liefert, die Welt von Knight and Day ist eine ohne Natur- und Logikgesetze. Die schier grenzenlose Übertreibung, dieser ständige Schritt zu weit, mit der Regisseur James Mangold den Helden und sein Anhängsel durch die Actionsequenzen treibt, das macht einfach Bock, weil es tricktechnisch überzeugend gemacht ist, sich aber vor allem so clownhaft-verspielt präsentiert, dass man sich wohl viel dümmer und entlarvt kleinkariert beim daran herum kritisieren vorkäme, als wenn man es einfach genießt. Dieses gutartig Bekloppte und alternativ Reale funktioniert nur in einer Sequenz nicht, nämlich als Roy und June auf dem Motorrad durch Sevilla brausen und von einer Stierherde verfolgt werden. Die Stiere sind verhältnismäßig mies animiert und eine zusätzliche Szene des Extended Cuts, in der Miller den bikenden Torero gibt, ist nicht mehr lustig sondern lächerlich, leidet als einzige unter der völligen Übertreibung und den hier miesen CGI-Effekten.

Die Komödie:
Laden schon die völlig überadrenalisierten Actionszenen zum Schmunzeln ein, so liegt Knight and Day auch bei Sprüchen, Wortgefechten und Situationskomik überwiegend richtig. Wenn Superagent Miller im Extended Cut bei einem Sprung von Autodach zu Autodach an einem dazwischen langrasenden Lieferwagen hängen bleibt oder, egal wie aussichtlos die Situation auch scheint, stoisch darauf beharrt, alles unter Kontrolle zu haben, oder June inmitten einer wilden Schießerei panikattackt, dann greifen Kalauer und Krawall gut ineinander. Cruise, sein Talent zum Komischen in Tropic Thunder (2008) sowas von bewiesen, lässt die nötige Ironie, die ein solches Spektakel benötigt, immer wieder gekonnt in seine Performance einfließen, so dass man ihm das strahlende Unbesiegbarkeitstum sehr viel wohlwollender abnimmt, als in den Mission: Impossible-Sequels. Ohne rechte Motivation oder gar Notwendigkeit bringt Knight and Day aber auch ein paar ernsthafte Momente ein, vorrangig ausgehend von Diaz‘ June. Die steht nicht nur namentlich ihrer heiratenden Schwester April nach und erlebt somit mit Roy das spektakulärste Abenteuer ihres ansonsten blassen Lebens, sondern entdeckt auch noch Roys Eltern, die ihren Sohn seit Jahren für tot halten, denn die Agentenidentität duldet keine Familienzugehörigkeit. Nachdenkliche Einschübe, die es nicht gebraucht hätte, den Plot aber auch nicht entscheidend ausbremsen oder negativ beeinflussen.

Die Romanze:
Das letzte Zutatendrittel ist das am wenigsten bis gar nicht gelungenste von Knight and Day. Es mag auch daran liegen, das Tom Cruise eben mittlerweile vor allem als Tom Cruise und nicht als die Figur wahrgenommen wird, die er spielt. Selten, wie bei seinem überragenden Auftritt in P.T. Andersons Magnolia (1999), kann der Megastar durch eine Rolle komplett von der eigenen Identität ablenken. Macht sich Cruise gut in Action und Witz: geht klar. Soll er romantsich inszeniert sein, charmant und anziehend, als Objekt der Begierde: da fällt es schwerer, den plazentafressenden Couchhüpfer, Sektenmogul und Beziehungskontrollfreak zu vergessen, als der er sich in den letzten Jahren zu oft verkauft hat, beziehungsweise als der er gebrandmarkt wurde. Die (und jetzt hör zu, Hollywood!) egal wie stramm auf die Vierzig zugehend immer noch schnuckelige Cameron Diaz wirkt neben einem solchen Imagepflegefall irgendwie unpassend, aber mal komplett davon abgesehen hätte Knight and Day auch seine Schwierigkeiten, auf Romanzenebene zu überzeugen, wenn man von diesem Dom Bruise noch nie etwas gehört hätte. Denn irgendwie verwechselt der Film romantische Gefühle mit fast schon krankhaft obsessivem Verhalten und stalkerhafter Bewunderung. Da kommt June nach unzähligen lebensbedrohenden Erlebnissen und einem Haufen Leichen in ihr altes Leben zurück und will doch unbedingt an die Seite ihres Roys zurück und zwar muss man nun nach über einer Stunde absurdem Filmerlebnisses nicht mit Worten wie „unglaubwürdig“ und „irrational“ anfangen, wohl aber kann man mit schlechter Charakterentwicklung argumentieren, da es kein bißchen Seufzer-Romantik hat, wie June Roy da nun hinterhergeilt, sondern eher stark nach schwerem psychischen Knacks aussieht.

Aber so richtig trüben können die eine schlechte Effekteinlage, die überflüssigen Versuche des Hintergrundschaffens und die fehlende romantische Stimmung zwischen Cruise und Diaz das Vergnügen nicht, das Knight and Day bereitet. Sicher sind gerade die gewissen Misstöne ein Ergebnis der development hell, die der Film mit wechselndem Regisseur und Hauptdarstellerpaar und über einem Dutzend Autoren durchlaufen hat, der wilde Wirbel des Entstehungsprozess hat aber tatsächlich auch sein Gutes: der Film hat einen ganz komischen Erzählrythmus, kürzt ganze Sequenzen ab, in dem er sie aus den Augen der betäubten June nur bruchstückhaft zeigt, warum die Handlung gerade wo stattfindet ist ihm total egal, die Abgedrehtheiten von Feuergefechten, Messerstechereien und Stierstampede gehen nicht sauber familienfreundlich, sondern teils makaber brutal über die Bühne – durch all das verkommt Knight and Day überraschenderweise nicht zum Flickwerk, sondern gefällt mit einer Eigenwilligkeit, wie sie der Plot mit seinem langweiligen MacGuffin (die Supernbatterie) für sich nicht hergegeben hätte.


Wertung & Fazit


Mehr zum Film

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Knight and Day gehört kommerziell zu den Enttäuschungen des Blockbuster-Sommers 2010, trotzdem gehört er zu den besseren Filme. Aber wer liefert DEN Sommer-Blockbuster 2010? Christopher Nolans Traum-Thriller Inception? Die Spielzeuge aus Toy Story 3? Oder Jake Gyllenhaal als tapferer Prince of Persia? Oder die Damen aus Sex and the City 2? Der beste Sommer-Blockbuster 2010, ihr entscheidet mit einem Klick


Bewerten & Teilen

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  • http://doscorazonesblog.wordpress.com/ Dos Corazones

    Den Film habe ich 2 Tage vor Inception im Kino geguckt – die Reihenfolge war schon wichtig so. Denn die vollkommen überdrehte Action hat mir wunderbar gefallen. Und was Tom Cruise abseits der Filmkameras macht, hat mich noch nie interessiert, fällt bei mir auch nicht ins Gewicht; im Vergleich zu Vanilla Sky stimmt die Chemie zwischen Cruise und Diaz leider nicht mehr so ganz.

    • http://christiansfoyer.de christiansfoyer

      Ich bin ja auch keiner, der tagtäglich über den Klatschblättern hängt und Cruise macht auch unbestreitbar mehr gute als schlechte Filme, aber irgendwie bleibt bei so viel privatem Freakshit dann doch ein bißchen bei mir hängen. Aber sei’s drum, Knight and Day funktioniert insgesamt schon ziemlich gut

  • http://fabifabi.redio.de/wordpress/ Fabi

    Ich fand den Film insgesamt ziemlich gut :) ! Mein Freund meinte: “Wenn man nicht zu hohe Erwartungen hatte, dann ist er gar nicht schlecht!” ;)

    • http://christiansfoyer.de christiansfoyer

      Richtige Einstellung! Ohne viele Erwartungen kann der wirklich voll überzeugen

  • http://nikki.kenmai.de/claes.php Yuki

    Mochte ich ebenfalls. Schön doof, schön überdreht und vorallem schön schnell. Cruise passt wunderbar, das die Romanze nicht funkt, stört garnicht – Diaz dagegen schon. Und die schlechten Bluescreen Hintergründe nerven. Ansonsten super.

    • http://christiansfoyer.de christiansfoyer

      Besonders gegen Ende nimmt’s Überhand mit den schlechten Bluescreen-Hintergründen, das stimmt. Diaz ist sicher Geschmackssache – ich mag die eigentlich ganz gerne ;)

  • http://jasonauric.wordpress.com maloney8032

    Ich weiss noch nicht genau was ich dem Film abgewinnen soll, der trailer machte mich zwar neugierig, aber irgendwie hat man das doch auch alles schon aml gesehen.

    • http://christiansfoyer.de christiansfoyer

      Gib dem Film ruhig ‘ne Chance. Sicher, Innovationspreise gewinnt der nicht, aber unterhaltsam ist’s schon

  • Pingback: Knight and Day - Blu-ray-Film mit Tom Cruise und Cameron Diaz

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