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Classic: TRON

Tron - SciFi-Action - Freigegeben ab 12



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Auszeichnungen:
- Oscar-Verleihung 1983
2 Nominierungen: Bestes Kostüm-Design, Bester Sound
- Saturn Award 1983
1 Auszeichnung: Beste Kostüme
2 Nominierungen: Bester animierter Film, Bester SciFi-Film
- BAFTA-Awards 1983
1 Nominierung: Beste visuelle Effekte

Bilder::
IN ZAHLEN 

Jahr: 1982
Länge: ca. 96 Min

US-Kinostart: 9.07.1982
dt. Kinostart: 9.12.1982

Budget: 17 Mil.

Box Office: 33 Mil.
(USA: 33,0 Mil. / weltweit: -)

Bestenliste: 22 (USA 1982)

CAST 

Jeff Bridges
Bruce Boxleitner
David Warner
Cindy Morgan
Barnard Hughes
Dan Shor

CREW 

Regie: Steven Lisberger

Drehbuch: Steven Lisberger,
Bonnie MacBird

Kamera: Bruce Logan

Schnitt: Jeff Gourson

Musik: Wendy Carlos


Der Film

1982. Computer. Bits und Bytes, ROM und RAM. Mit dem Commodore 64 wird Privatnutzern erstmals der Zugang zu einem leistungsstarken Computer ermöglicht, lange vor der Allgegenwärtigkeit des Heim-PCs und Laptops. Lange vor PlayStation, X-Box und Wii, es ist eine Zeit mannshoher Arcade-Automaten, die Zeit von Space Invaders, Pac-Man, Tempest, Donkey Kong. Es ist lange bevor computergenerierte Bilder den Filmemachern das Geschichtenerzählen vereinfachen oder gar abnehmen. Eine Zeit, in der ein Film, der auf revolutionäre Weise computergenerierte Bilder einsetzt, von einer Oscarnominierung ausgeschlossen wird, da dies im Bereich Visuelle Effekte schließlich einem Betrug gleichkommt. Es ist lange vor Jurassic Park, Toy Story und Avatar. Der besagte Film ist Tron und die Reaktionen sind verhalten…

Dem talentierten Programmierer Kevin Flynn wurde ziemlich übel mitgespielt: der heutige Präsident seines ehemaligen Arbeitsgebers ENCOM, Ed Dillinger, hat ihm die Codes für fünf Videospiele gestohlen, die nun Millionengewinne einfahren und den Aufstieg Dillingers begründeten. Flynn indes vertreibt sich die Zeit in seiner Spielhalle und unternimmt immer wieder Versuche, den Hauptcomputer der Firma mit Programmen zu hacken und Dillingers Diebstahl zu beweisen. Doch in der virtuellen Realität herrscht das allmächtige und zu einem Bewusstsein gekommene MCP, das Master Control Program, über das selbst Dillinger kaum noch Kontrolle zu haben scheint. Als das MCP Flynn auf die Schliche kommt unternimmt er einen letzten Versuch. Gemeinsam mit dem Programmierer Alan Bradley und der Forscherin Lora Baines dringt er bei ENCOM ein, um mit Hilfe von Alans Überwachungsprogramm „Tron“ das MCP zu deaktivieren. Aber dieses wehrt sich und Flynn wird von einem Laser digitalisiert und im Computer rematerialisiert. Gemeinsam mit anderen Programmen muss er sich nun auf dem Spielraster beweisen – und was in der Realität nur ein Spiel ist wird hier zum tödlichen Kampf um die Freiheit des Systems…

Läppische 33 Millionen spielte Tron seinerzeit in den USA ein (nicht mal ein Zehntel des Jahreskrösus E.T.) und wohl kaum ein Kinobesucher dürfte während der Sichtung auf die Idee gekommen sein, da etwas vor sich zu haben, dessen Technik in weniger als einem Jahrzehnt zu einem beherrschenden Element des Filmemachens werden würde. Nicht zuletzt des breiten »Häääääh?«‘s wegen, dass der Film wohl bei den meisten gleich zu Beginn ausgelöst haben dürfte. Nach seltsamer Anfangsszene geht es in eine Spielhalle und man sieht jemandem zum Joystick an einem Automaten mit dem Game Light Cycle greifen. Zwei sich immer weiter in die Länge ziehende und labyrinthartig verknotende Linien, eine gelb, die andere blau, versuchen sich gegenseitig den Weg abzuschneiden. Aber dann auf einmal WHAM! die Kamera gleitet scheinbar in (IN!) den Automaten und da ist ein Raster und wirklich zwei Cycles im Affentempo – und da sitzen zwei Typen drin, der eine guckt grimmig, der andere hat Schiss, die Klamotten vom einen leuchten rot, die vom anderen blau… what the…

Ja, so geht’s los in Tron und noch viel schräger weiter. Der rot leuchtende Typ gewinnt das Spiel, der Zocker am Automaten ärgert sich kurz und dann nimmt in einer bunt glimmenden Welt der rote Typ, Sark, von einem sogenannten Master Control Program Belobigungen ob seines grundloses Sadimus entgegen… what the… Ja, ohne viel Vorrede schmeißt einen Tron in seine Hauptattraktion, die Welt im Computer, in der Programme als humanoide Wesen und Abbilder ihrer User und Programmierer unter der Herrschaft des MCP zu leiden haben, und, gleich welcher Gattung, ob militärisches oder Buchhaltungsprogramm, an den Spielen teilnehmen müssen. Hui, viel zu schlucken für so ein paar Minuten Film, da kommt das »meanwhile in the real world…« gerade recht, das zum Hacker Kevin Flynn überleitet, der gerade noch am Light Cycle-Automaten stand und nun mit seinem Programm Clu den nächsten Versuch unternimmt, das MCP zu überlisten. Einfache Befehle per Buchstaben- und Zahleneingabe an Flynns Rechner werden in der Welt im Computer zu einem Abbild seiner selbst, das sich in einem Panzer durch die Sektoren bewegt. Doch Clu wird von den fliegenden Deaktivierern aufgehalten, dem MCP vorgeführt und gelöscht, Flynn ist ein weiteres Mal gescheitert.

Dramaturgisch sicher ein ungewöhnlicher Beginn, schließlich stellt nicht jeder Film seine optischen Highlights so früh vor die Geschichte, beziehungsweise sogar vor deren wirklichen Beginn. Ist aber auch bezeichnend für Tron, denn auch wenn der Film nun seinen Plot auszubreiten beginnt bleibt dieser auf Rahmendaten beschränkt: Flynn will seine Ideen wieder, Progammierer Alan will seinen Tron starten, Forscherin Lora digitalisiert und rematerialisiert Orangen und hat ihren Terminal ausgerechnet vor dem Laser stehen, der das bewerkstelligt, Firmenpräsident Dillinger ist böse und ausgekocht, das MCP noch böser und ausgekochter. Das ist alles irgendwie Bit wie Byte, mit anderen Worten, Geschichte und Charaktere sind ziemlich grobpixelig. Tron rutscht aber trotzdem nicht auf jene Schiene, auf der man heutzutage CGI-lastiges Blockbusterkino mit dem style over substance-Siegel versieht und das liegt nicht allein am Retro-Bonus. Seine Figuren haben vergleichbar effektgetriebenen Spektakeln doch etwas entscheidendes voraus, und zwar das sie durchweg sympathisch sind. Auch wenn den Schauspielern später, wenn sie als ihre digitalisierten Ebenbilder auftreten, immer mal wieder anzumerken ist, dass sie beim Dreh sicher ihre Probleme hatten, sich in das Endprodukt einzudenken, so sind der schelmische Jeff Bridges, der ernstere Bruce Boxleitner und die schnuckelige Cindy Morgan doch genau die wichtigen Fixpunkte in der glimmenden Welt, die einen durch deren Fremdartigkeit und (spätestens aus heutiger Sicht) Naivität geleiten. Genau wie David Warner, der als Antagonist Dillinger/Sark die Impulse der Antipathie setzt.

Dennoch ist und bleibt Tron auch fast dreißig Jahre nach seinem Erscheinen ein vor allem visuelles Fest. Die zwei Light Cycle-Sequenzen, Trons Diskus-Fight und die verschärfte Version eines Jai alai-Matches, zu dem Flynn antreten muss, liefern tolle und rasante Action. Das grelle Design der Welt im Computer, obwohl aus einfachsten Formen bestehend, nutzt sich im Laufe des Films nicht ab und bietet neben den Light Cycles weitere originelle Vehikel und Gegenstände. Die Kostüme sähen für sich zwar teils ein bißchen doof aus, doch die leuchtenden Schaltkreislinien sorgen hier für das Besondere, wie überhaupt die Lichteffekte ein herausragendes Merkmal von Tron sind. Das ist alles auf seine Art nicht minder futuristisch, als die SciFi-Welten, die man zu jener Zeit aus Star Trek, Star Wars und Blade Runner kannte, aber doch etwas völlig anderes und einzigartiges. Passend untermalt von den Synthesizer-Klängen Wendy Carlos‘ ist Tron tatsächlich einer jener Filme, die in eine ganz andere Realität eintauchen lassen, ohne stilistische Brüche oder sonstige grobe Schnitzer. Bedenkt man den technischen Aufwand und das nahezu perfekte Ineinandergreifen verschiedenster Methodiken, neben den am Computer entstandenen Bildern sorgen Matte Paintings und das rein optische Backlit Animation-Verfahren für den unverwechselbaren Look, ist die Nichtberücksichtungs Trons in der Best Visual Effects-Kategorie vielleicht sogar eine der größten Fehlentscheidungen in der Oscar-Geschichte.

Den ungeheuren Charme von Tron machen überdies einige deutliche und einige verstecktere Anspielungen und Kleinigkeiten aus. Da steht der fiese Sark auf der Brücke seines Schiffs und auf einem schematischen Diagramm voller Korridore, auf dem die Bewegungen flüchtiger Programme zu verfolgen sind, ist ein Pac Man zu sehen. Selbiges Schiff schiebt sich in einer späteren Szene ähnlich wie der gewaltige Sternenzerstörer am Anfang von Star Wars Episode IV: A New Hope langsam durch’s Bild. Und… wurde da nicht eventuell auch die Farbtrennung von Gut und Böse, die ursprünglich gelb und blau tragen sollten, aufgrund eines gewissen Sternenkrieger-Epos zu blau und rot geändert? Neben Pac Man hat außerdem Mickey Mouse seinen Auftritt und auch das umher schwirrende Bit, das nur »Yes« und »No« sagen kann, ist ein wunderbares Kleinteil vom Ganzen.

Trotzdem ist Tron keinesfalls ein überragender Film, abgesehen von der tricktechnischen Komponente. So verliert sich zum Beispiel die Story in ziemlich plumpem Erlöserkitsch. Das gottgleiche MCP knechtet alle Programme, die an ihren User glauben und die dafür als »religiöse Irre« bezeichnet werden. Flynn und Tron teilen sich dabei die Doppelrolle des digitalen Jesus Christus/Moses inklusive Wundervollbringung, Opfer„tod“ und »Führ dein Volk in die Freiheit«. Solch platte Symbolik hätte keine so phatastische Umgebung um sich herum benötigt und umgekehrt. Regisseur und Autor Steven Lisberger merkt man einseits die Faszination und Begeisterung für die Materie an, andererseits aber auch seinen beschränkten Zugang. Tron hält und hielt keiner Sichtung durch einen Computer- und Progammierexperten stand und muss das ja auch gar nicht, allerdings geht das Geschehen teils arg konfus und kaschiert von kryptischen Erklärungen für den nächsten zu unternehmenden Schritt voran und wenn Flynn seine Wunderfähigkeiten entdeckt, die er als User mit in die digitale Welt gebracht hat, hält die völlige Willkür Einzug. Warum kann er dies, warum das in dem Moment nicht? Because the plot says so. Das bleiben aber Herumnörgeleien, die den Geist von Tron und das, was daran Kultstatus erlangte, nicht trüben. Tron ist ein von Tricktechnik dominierter Film, einer, der seine visuellen Reize nicht zur Unterstützung, sondern statt der Geschichte einsetzt, aber auch ein Film, der damit eine Vision umsetzt, der eine Vorstellung verwirklicht.


Wertung & Fazit


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  • http://moviescape.wordpress.com/ bullion

    Einer meiner Lieblingsfilme und deshalb auch (ganz subjektiv bewertet) ein 10er Kandidat :)

    • http://christiansfoyer.de christiansfoyer

      Ganz subjektiv wäre mir der auch ‘n 10er wert. Und mit ein bißchen Objektivität reicht’s dann noch für 7,5 ;)

  • Olli Versum

    Jau, die Story is platter als’ne Briefmarke, und mit genau diesen Erwartungen geh’ ich auch in den neuen Tron – damit die Enttäuschung nicht so groß ist. ;)

    • http://christiansfoyer.de christiansfoyer

      Dürfte die richtige Herangehensweise sein

  • http://goingtothemovies.wordpress.com donpozuelo

    Jau, den hatte ich auch in Erwartung auf die Fortsetzung geguckt, und ich habe ihm 8 von 10 gegeben. Du hast recht, die Optik täuscht sehr gut über die Story hinweg. aber so wird es wohl auch bei der Fortsetzung sein. Nur dass das Ganze in 3D hoffentlich ordentlich knallt. Ich zumindest freue mich schon sehr auf den morgigen Kinoabend ;)

    • http://christiansfoyer.de christiansfoyer

      Und ich mich auf den morgigen Kinonachmittag. Hoffe auch, dass 3D sich hier endlich mal lohnt. Der Trailer neulich vor The Green Hornet in 3D hat mir auf jeden Fall besser gefallen als der anschließende Film ;)

      • http://goingtothemovies.wordpress.com donpozuelo

        Ja, also wenn ein Film in 3D sich lohnt, dann sicherlich “Tron: Legacy”. Es geht doch um nichts anderes ;)

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produced and directed

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