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| Erwartungen: |
| Auch wenn der Trailer und die Kritiken nix dolles versprachen: ich bin der Serie grundsätzlich wohlgesonnen, hab zwar nichts von der Klasse des ersten Teils erwartet, aber für einen unterhaltsamen Abend sollte der Film wohl gut sein. |
| MITTEL |
| Umstände: |
| An und für sich genau der gemütliche Abend, der dem Film entgegen kommen sollte, allerdings etwas müde und nach einem vorangegangenen The Fast and the Furious-Marathon nicht zwingend in Stimmung für Familienunterhaltung. |
| OHNE EINFLUSS |
| Bilder:: |
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| IN ZAHLEN
Jahr: 2010
Länge: ca. 94 Min
US-Kinostart: 22.12.2010
dt. Kinostart: 23.12.2010
Budget: 100 Mil.
Box Office: 309 Mil.
(USA: 148 Mil. / weltweit: 161 Mil.)
Bestenliste: 20 (weltweit 2010)
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CAST
Ben Stiller
Robert De Niro
Jessica Alba
Owen Wilson
Dustin Hoffman
Teri Polo
Laura Dern
Harvey Keitel
Barbra Streisand
Blythe Danner |
CREW
Regie: Paul Weitz
Drehbuch: John Hamburg,
Larry Stuckey
Kamera: Remi Adefarasin
Schnitt: Alan Baumgarten,
Lee Haxall, Jon Poll
Musik: Stephen Trask
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Alle fünf Jahre wird gefockert: nachdem Meine Braut, ihr Vater und ich, die etwas ungelenke Eindeutschung des eingängigeren Meet the Parents, im Jahr 2000 nicht nur zum sehr ordentlichen Kassenhit wurde, sondern überdies auch zu den besten Komödien des gesamten Jahrzehnts gezählt werden kann, sorgte die Fortzsetzung, Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich (bzw. Meet the Fockers), für noch vollere Kassen, aber weniger gute Gags. Der eher traditionelle, ja fast schon subtile und durchaus intelligente Humor des Erstlings mit dem verzweifelten Ankämpfen Ben Stillers gegen den Überwachungsstaat Schwiegervater wich darin dem reichlich zotigen Clash des ultrakonservativen De Niro mit den freigeistigen und Scham-resistenten Focker-Eltern Dustin Hoffman und Barbara Streisand. Vorhaut im Fondue, der umschnallbare milchgebende Männerbusen, viel Sexgebalze – vor allem dank der Darsteller immer noch irgendwie sympathisch, aber trotzdem Geschmackssache. So richtig uneingeschränkt freuen mochte man sich da nicht mehr unbedingt auf einen weiteren Besuch bei den Familien Byrnes und Focker. Und obwohl nun Meine Frau, unsere Kinder und ich (bzw. Little Fockers) nicht die schlimmsten Befürchtungen an ein Zotenfest mit Flachlandgags bestätigt, so ist er doch aus anderen Gründen der schwächste Teil der Reihe.
Gaylord „Greg“ Focker scheint es geschafft zu haben: er ist beruflich von der einfachen Schwester zum Pflegeleiter der Chirurgie aufgestiegen, glücklich mit seiner Pamela verheiratet und stolzer Vater von fünfjährigen Zwillingen. Und selbst sein Verhältnis zu Schwiegerpapa und Ex-CIA-Mann Jack Byrnes hat sich vebessert. In der hart erkämpften Gunst des misstrauischen Kauzes steigt er sogar noch etwas weiter auf, als Jacks zweiter Schwiegersohn seine Tochter sitzen lässt. Nun hat Jack Greg als zukünftiges Familienoberhaupt im Auge. Um den finanziellen Aufwand ihres renovierbedürftigen zukünftigen Hauses und des Privatschulunterrichts der Zwillinge zu stemmen erklärt Greg sich bereit, mit der attraktiven Pharmavertreterin Andi Garcia zusammen zu arbeiten und die Werbetrommel für ein Erektionsmittel zu rühren. Wodurch die Missverständnisse, Verwicklungen und das Misstrauen an mehreren Fronten von vorne beginnen…
Mit so richtig Lust und Laune startete schon die Entstehung des neuesten Focker-Films nicht: der Regisseur der beiden ersten Teile Jay Roach drehte lieber Dinner für Spinner und produzierte hier nur noch, Ersatzmann Paul Weitz hat zwar American Pie (1999) und den tollen About a Boy (2002) in der Vita stehen, seitdem aber auch nur noch Flops aneinandergereiht, Bernie Focker-Idealbesetzung Dustin Hoffman missfiel das Drehbuch und was ihn letztlich doch noch zu einem Auftritt überredete erklärt sich anhand des horrenden Budgets von stolzen 100 Millionen. Erste Testvorführungen kamen zudem eher mäßig an, so dass per Nachdreh und Umschnitt korrigiert werden musste. Ganz so schlimm, wie sich das alles anhört, ist der finale Film wohlgemerkt nicht, dennoch fiel das Gros der Kritiken negativ aus und trotz eines soliden Ergebnisses spielte Meine Frau, unsere Kinder und ich in den USA nur noch knapp die Hälfte des direkten Vorgängers ein.
Was berechtigterweise damit zu erklären ist, dass dem Focker-Franchise und seiner nahezu unveränderten Grundkonstellation im dritten Anlauf schlicht die Puste ausgeht. Der Film hat rein gar nichts zu bieten, das den Höhepunkten der Vorgänger nahekommt, ruht sich auf dem Etablierten aus, wohlwissend, dass er damit immer noch nett unterhält, aber das Ganze auch ein Zusammenschnitt aus Deleted Scenes aus den Vorgängern sein könnte. Obwohl Meine Frau, unsere Kinder und ich mit seinen 94 Minuten unter der Laufzeit der ersten beiden liegt wirkt er ungleich lang gezogener und tempoärmer. Das liegt besonders daran, dass in den ersten zehn, fünfzehn Minuten wirklich und ausnahmslos jedes Szenario der Missverständnisse und Verdächtigungen absolut vorhersehbar aufgebaut wird, so dass man den Film quasi im Detail schon vor sich gesehen hat, ehe die entsprechenden Szenen dann tatsächlich ihren Lauf nehmen.
Den ganzen Film lang passiert nichts, was er nicht durch seinen Zaunpfahlwinkeraufbau vorwegnimmt, er hält sich keine Hintertürchen oder alternativen Wege offen, alles kommt, wann und wie man es vermutet hat. Wenigstens eines erspart einem Meine Frau, unsere Kinder und ich allerdings, obwohl die ersten Minuten anderes befürchten lassen: ein kotzendes Kind und das sinnliche gemeinsame Verpassen eines Einlaufes bei einem verkrampften Patienten durch sexy Pharmafrau Jessica Alba und Ben Stiller sind die deutlichen und annähernd einzigen Ausreißer Richtung Bodensatz der Gagkloake, danach pendelt sich der Film auf einem bei aller Vorhersehbarkeit zumindest angenehmen Niveau ein, das den Ton des ersten Teils trifft. Der von Jack zum Godfocker erklärte und danach mit selbstbewusster Pate-Attitüde auftretende Greg zum Beispiel ist ein ziemlich witziger Einfall, der im weiteren Verlauf der Handlung aber schnell wieder verschwindet und Weiterfürhung verdient gehabt hätte.
So bewegt sich Meine Frau, unsere Kinder und ich dann aber doch nur wieder über das altbewährte Konzept fort. Good old Jacks CIA-geschulte Alarmglocken schrillen wieder bei jeder Gelegenheit, poor old Greg lässt mal wieder keinen Fettnapf unberührt stehen. Bob De Niro und Ben Stiller sind natürlich erfahren und mittlerweile aufeinander abgestimmt genug, um daraus immer noch einige gelungene Momente zu extrahieren, einige Schadenfreude-/Fremdschäm-Szenen werden ihnen aber durch die platte und nicht immer flüssige Konstruktion des Films geradezu aufgezwungen, wie etwa Privatschuldirektorin Laura Dern, die die beiden für ein homosexuelles Paar hält, oder die Nummer mit Jacks Dauerständer und Gregs Spritzeneinsatz. Dennoch: De Niro, Stiller und der Rest des liebgewonnenen Ensembles unterstützt vom ein oder anderen neuen Gesicht sind das klarste Plus von Meine Frau, unsere Kinder und ich.
Als Greg ständig und in allem unfreiwillig überflügelnder Alternativling Kevin glänzt Owen Wilson. Auch Jessica Alba, sehr zu Unrecht mit der Goldenen Himbeere als Schlechteste Nebendarstellerin ausgezeichnet, trumpft hier wie schon in Machete mit einer Unverkrampftheit auf, die man von der stets ums Schauspielen bemühten mimisch Minderbegabten nicht gerade gewohnt ist. Sie hat sichtlich Spaß an ihrer Rolle, wie auch die sehr kurz kommende Barbara Streisand als Sexualtherapeutin Roz Focker. Dustin Hoffman ist viel zu sehr Profi und zu charmant, als das man ihm irgendeine Unlust am Projekt anmerken würde, Blythe Danner wird leider stark auf franchisebedingte Anwesenheitspflicht beschränkt. Teri Polo bleibt als Gregs Ehefrau Pam so blass wie in den ersten Teilen, ebensowenig spielen die gemeinsamen Kinder eine groß entscheidende Rolle, außer dem in allen möglichen ungünstigen Situationen herein- oder mit etwas herauszuplatzen. Total unterversorgt wird hingegen Harvey Keitel, der gerade als man ihn überhaupt erst identifiziert hat keine Szene mehr bekommt.
Drei Focker-Filme in zehn Jahren – damit darf es dann auch gut sein. Meine Frau, unsere Kinder und ich ist wie ein Treffen mit alten Freunden, die man in guter Erinnerung hat, die einem aber nach ein paar Minuten Gespräch rein gar nichts Neues mehr zu erzählen haben, die sich nicht verändert und nicht weiterentwickelt haben, was den Eindruck und die guten Erinnerungen an sie zwar nicht trübt – aber das Wiedersehen hätte es eben einfach nicht gebraucht.
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