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| Erwartungen: |
| Standen nach der Trailersichtung Ende 2010 mal glatt auf “mittel” mit Tendenz nach oben. Wurden aber durch die teils vernichtenden Kritiken kräftig nach unten gedrückt. Trotzdem blieb die Hoffnung auf gepflegte „wir sind uns für nix zu schade“-Comedy. |
| MITTEL – NIEDRIG |
| Umstände: |
| Gemütlicher Abend, Lust auf den Film, kurzum: |
| GUTER EINFLUSS |
| Bilder:: |
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IN ZAHLEN
Jahr: 2011
Länge: ca. 97 Min
US-Kinostart: 8.04.2011
dt. DVD-Start: 13.10.2011
Budget: 49,9 Mil.
Box Office: 24,8 Mil.
(USA: 21,5 Mil. / weltweit: 3,2 Mil.)
Bestenliste: 80 (weltweit 2011)
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CAST
Danny McBride
James Franco
Rasmus Hardiker
Natalie Portman
Toby Jones
Justin Theroux
Zooey Deschanel
Charles Dance
Damian Lewis |
CREW
Regie: David Gordon Green
Drehbuch: Danny McBride,
Ben Best
Kamera: Tim Orr
Schnitt: Craig Alpert
Musik: Steve Jablonsky
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Treffen sich Danny McBride und James Franco. Knallen sich ordentlich die Birne dicht, ziehen sich erst den Bumsfilmklassiker The Fashionistas mit der zigfachen AVN Award-Gewinnerin Belladonna und anschließend Krull, Die Braut des Prinzen, Kampf der Titanen und Ritter der Kokosnuß rein, holen sich noch mehr Kumpel ins Haus, pitchen giggelnd ein paar wilde Ideen hin und her, leihen sich einen Haufen Mittelalterkostüme, einer hält mit der Kamera drauf – und im April 2011 erscheint Your Highness. Gar nicht mal die unwahrscheinlichste Produktionsgeschichte, denn wenn sich die Hollywood’sche Gentleman-Prominenz um George Clooney und Brad Pitt zu drei dem Eigenvergnügen zuträglichen Ocean’s-Filmen zusammen finden kann, dann doch wohl auch die lustigen breit grinsenden Kifferkumpel zur Fantasy-Stoner-Ritter-Komödie mit garantierter Selbstbespaßung. Herausgekommen ist (Wider erwarten? Erwartungsgemäß?) mit Your Highness ein Film, der zu den größten Flops des Jahres gehört, der in den USA weit hinter den Zahlen seiner Slacker/Stoner-Genre-Vettern wie Knocked Up oder Pineapple Express zurückblieb, nicht mal die Hälfte seines Budgets einspielte und trotz des diesjährigen Hypes um Hauptdarstellerin Natalie Portman hierzulande nicht im Kino, sondern direkt auf DVD erscheint. Und dennoch einer der zu Unrechts gescholtenen Streifen des Jahres ist, denn was ist DAS für ein Spaß geworden!
Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, die Söhne des Königs Tallious: während Thronerbe Fabious eine Queste nach der anderen bestreitet und ruhmreich und ehrenhaft aus allen Schlachten zurückkehrt taugt der jüngere Thadeous so recht zu gar nix. Zwergenfrauen verführen, sich mit seinem Diener Courtney die Birne dicht dröhnen und den Bruder nur um dessen Ruhm beneiden, nicht aber seinen Taten nacheifern – mehr geht nicht bei Thadeous. Doch kurz nachdem Fabious einmal mehr triumphierend ins Königreich zurückgekehrt ist entführt der böse Zauberer Leezar die Zukünftige des Helden, die jungfräuliche Belladonna. Mit ihr will er in wenigen Tagen während eines kosmischen Ereignisses einen Drachen zeugen und so die Welt beherrschen. Da kann auch Thadeous nicht mehr mucken und neiden und zieht mit Fabious, Courtney und den Rittern des Königs durch die Lande, um Belladonna zu befreien…
Die Silben ‚nie‘ und ‚wo‘ stecken nicht umsonst in der Aussprache des Wortes Niveau – egal ‚wo‘ in Your Highness man danach sucht, man wird es ‚nie‘ finden. Das Niveau. …ähem… …Nie-Wo… Hallo? Ist das Ding an? Na gut, ok. Nachdem mit diesem platten Wortspiel (das in seiner Komplexität übrigens weit über dem Gag-Anspruch des Films liegt, so!) das Eis gebrochen ist, kann sie ja losgehen, die Besprechung zu Your Highness: wenn sich zehn Leute den Film ansehen finden ihn zwei brüllend komisch, weitere fünf lassen sich davon anstecken und lachen mit, immer ein bißchen verzögert, und die übrigen drei sind die einzigen, die sich am nächsten Tag noch an die Story erinnern können – weil sie die so beschissen und den Film auch überhaupt kein bißchen witzig fanden, wie der da bloß einen anachronistischen Sex- und Pimmelwitz an den nächsten klatscht. Mit anderen Worten, die ja so eigentlich für jede Komödie gelten: ganz subjektiv muss einen der Humor ansprechen und/oder die Umstände müssen stimmen; sobald das eine nicht passt und das andere nicht wirkt wird man keine Freude mit Your Highness haben.
Aber mal ehrlich: ob nun beim zweiten, fünften, oder einhundertdreiundneunzigsten saudummen Spruch, irgendwann lacht man einfach über soviel konsequente Dämlichkeit, die einem hier entgegengeschleudert wird. Your Highness ist auf dermaßen doof-dreiste Art keinen Meter weit darum bemüht, sich um irgendetwas zu bemühen, nicht um Tiefgang, nicht um niederste Ansprüche, nicht um eine originelle Story, stattdessen ist dem einfach mal nichts zu peinlich, nichts zu platt, nichts zu anzüglich und nichts zu mehrdeutig, um nicht ‘ne eindeutige Doppeldeutigkeit draus zu machen. Zugegeben: nach dem Auftakt des Films hatte ich mir die ersten Sprüche für einen knackigen Verriss schon zurecht gelegt, unter anderem den Hinweis darauf, dass man sich den Rest des Films wie die animierte Credit-Sequenz gewünscht hätte, die ist nämlich ziemlich klasse. Aber man kommt dann doch recht schnell drauf, dass Your Highness es überhaupt nicht wert ist, darüber zu meckern, dass das vollkommen verschwendete Mühe wäre. Dazu passt bestens ein Zitat aus The Hangover: »You are literally too stupid to insult.«
Doch egal wie dämlich Your Highness auf den ersten, zweiten und jeden weiteren Blick an der Oberfläche auch wirken mag und damit jede Kritik boing-flip auf den Urheber zurückschleudert: da stecken in der denkbar simplen Story, den idiotischen Figuren und vor allem in der Persiflage seiner zahlreichen Vorbilder trotzdem immer genügend Verstand (!) und Herz (!!), um nie auf publikumsbeleidigende Weise dumm zu sein, egal, wie nun beim einzelnen der Humor ankommt. Besonders in der Verarsche des übertriebenen Heldengestus mit seinem Edelmut, der Hingabe an die Queste und dem geradezu besessen ruhmreichen Handeln steckt mit das größte Gagpotenzial des Films, egal ob es nun von James Franco in großen Posen und Worten vorgetragen oder von Danny McBride mit dem nächsten derben Spruch konterkariert wird. Franco und McBride werfen sich mit entsprechender Hingabe in ihre Rollen, wie auch alle anderen Mitglieder des Ensembles, zu dem teils bemerkenswerte Namen gehören, die ohne große Rücksicht auf Ruf und Etikette drauflosspielen.
Franco und McBride sind auf der breit side of life natürlich in ihrem Element, doch auch edleres mimisches Geblüt ist sich in Your Highness für nichts zu schade. Gleich, ob der britische Charakterdarsteller Toby Jones (Infamous) als linkischer Bediensteter Julie, actor-turned-writer-turned-actor-turned-Jennifer Anistons boyfriend Justin Theroux als Macht- und Schlüpfer-lüsterner fieser Magier Leezar, Steve McQueen-look-a-like und Serienstar Damian Lewis (Life) als Prinz Fabious‘ allzu oft übergangene rechte Hand Boremont, oder der eher unbekannte Däne Rasmus Hardiker, der als treuer Diener Courtney der Red Shirt-Erwartungshaltung an seine Figur köstlich zuwider läuft, alle geben sich der Sache voll hin. Einzig Zooey Deschanel ((500) Days of Summer) wirkt als Belladonna manchmal nicht ganz sicher, ob sie für den richtigen Film unterschrieben hat, ihr leicht abwesendes Spiel kann aber auch Absicht sein, schlägt sich ihre Figur doch mit mehrjähriger gesellschaftsferner Gefangenschaft in einem dunklen Turm herum. Ihre megagehypte Kollegin und Oscar-Preisträgerin Natalie Portman (Black Swan) hingegen gibt sich in Your Highness noch freier der Image-konternden Spiellust hin, als während ihres vergleichsweise brav-klemmigen Auftritts in Freundschaft Plus.
Natürlich bleibt Monty Python and the Holy Grail unangefochtener Krösus des durchgeknallten Mittelalterulks, wer sollte sich schon ernsthaft mit dem legendären britischen Komikerkollektiv messen können oder überhaupt nur wollen, aber fuck it, Your Highness comes close. Dem Schaffen des Kultsextets ähnlich ist David Gordon Greens Film jedenfalls insofern, dass da nichts durchkalkuliertes oder konsenswilliges dran ist, wem’s nicht gefällt, dem gefällt’s halt nicht. Das hört nicht beim Humor auf, sondern setzt sich in einigen berstigen Splattereinlagen fort. Das rücksichtlos übertriebene Weggemetzel einiger Gegner bretzelt die ansonsten nicht sehr spektakulären Actionsequenzen auf, denen man genau wie den Special Effects das limitierte Budget ein wenig ansieht, die innerhalb dieses verhältnismäßig knappen Rahmens aber immernoch überzeugen und die zum kostümparadigen Laientheater-Style des Films insgesamt passen. Und drum gibt’s nun alles in allem die subjektivsten acht Punkte, die ich hier je vergeben habe (mit einem schönen Gruß an alle, die von einer Filmkritik Objektivität fordern…) und das auch deshalb, weil ich am Tag nach der Sichtung vom morgen bis zum abend mit Lachanfällen wegen EINES ganz bestimmten Gags zu „kämpfen“ hatte und ich den Film bei einer Zweitsichtung kurze Zeit später, nun mit den Charakteren bereits warm, sogar noch witziger fand. Worum geht’s denn auch sonst bei ‘na Komödie?!?
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