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Review: KUNG FU PANDA 2

Kung Fu Panda 2 - Animations-Action/Komödie- Freigegeben ab 6

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Erwartungen:
Den ersten Teil mochte ich gerne, die Sichtung ist allerdings schon lange her und die Eindrücke ein wenig verblasst. Große Erwartungen setzte ich auch deswegen nicht in die Fortsetzung.
KEINE

Umstände:
Nichts zu erwarten heißt nicht nichts zu hoffen. Mit richtig Lust auf den Film an die Sichtung rangegangen, gemütlicher Abend, also:
GUTER EINFLUSS

Bilder::
IN ZAHLEN

Jahr: 2011
Länge: ca. 87 Min

US-Kinostart: 26.05.2011
dt. Kinostart: 16.06.2011

Budget: 150 Mil.
Box Office: 663 Mil.
(USA: 165 Mil. / weltweit: 497 Mil.)
Bestenliste: 4 (weltweit 2011)

VOICE-CAST

Jack Black
Angelina Jolie
Dustin Hoffman
Gary Oldman
Jackie Chan
Seth Rogen
Lucy Liu
Danny McBride
Dennis Haysbert
Jean-Claude Van Damme
Michelle Yeoh

CREW

Regie: Jennifer Yuh Nelson

Drehbuch: Jonathan Aibel,
Glenn Berger

Kamera:Oliver Bokelberg

Schnitt: Maryann Brandon,
Clare De Chenu

Musik: John Powell,
Hans Zimmer


Filmweisheiten von gestern: Die Rangfolge der (CG-)Animationsstudios ist eine klar auf Platine gelötete; als eines der brachenübergreifend besten Häuser der Filmwelt thronen die Pixar Animation Studios unangefochten an der Spitze. Die gelegentlichen Angriffe der Konkurrenz von DreamWorks Animation, den Blue Sky Studios oder Sony Pictures Animation werden mit einem Meisterwerk nach dem anderen abgewehrt. Ob Die Unglaublichen (2004), Ratatouille (2007), WALL·E (2008), Oben (2009) – Pixar definiert die Standarts, sowohl technisch, als auch erzählerisch. Besonders DreamWorks setzt aber immer mal wieder ziemlich gekonnt zur Machtübernahme an: der grüne Oger Shrek und sein erstes Abenteuer von 2001 gehören zu den großen Würfen des Animationsgenres und wuchsen zum Popkulturphänomen an, mit Megamind und dem richtig tollen How to Train Your Dragon schob das Studio 2010 gleich zwei Filme in Pixar-Nähe – nur um von deren Glanzstück Toy Story 3 wieder auf Distanz gebracht zu werden. Trotzdem gilt: auch wenn die besten weiterhin von Pixar kommen, richtig gute Animationsfilme bekommen auch andere hin. Der 2008er Kung Fu Panda, wiederum von DreamWorks, war ebenfalls so ein richtig guter. Die actionreich-bunte Geschichte des tollpatschig-naiven Pandas Po, der ausgerechnet der legendäre Drachenkrieger sein soll, bot genau das, was die Pixar-Filme so einmalig macht, nämlich deutliche Alleinstellungsmerkmale. Das farbenfroh-fernöstliche Flair, der mythologische Touch, die spektakuläre, aber kinderfreundliche Kung Fu-Action… Da war nicht zuletzt dank weltweit eingespielter 631 Millionen die Fortsetzung natürlich schnell beschlossen.


Inhalt

Panda Po kann mit sich und der Welt zufrieden sein. Den mächtigen Tai Lung hat er besiegt, er wird als der legendäre Drachenkrieger verehrt und gemeinsam mit seinen Gefährten, den Furiosen Fünf, beschützt er die Lande vor Dieben und anderem Gesindel. Doch sein Meister Shifu weiß: erst innerer Frieden wird Po zu einem wahrhaft großen Krieger machen. Und tatsächlich plagen den Panda die Geister der Vergangenheit. Während eines Gefechts mit diebischen Wölfen erkennt er ein geheimnisvolles Symbol, das ihn daran erinnert, wie er als Baby von seinen Eltern getrennt wurde. Unterdessen spielen sich im weit entfernen Fürstentum von Gongmen City beunruhigende Dinge ab: Lord Shen, nach ungeheuerlichen Taten einst von seinen Eltern verbannt, kehrt in sein versprochenes Reich zurück – und bringt nicht nur finstere Pläne mit, mit denen er Gongmen City und ganz China erobern will, sondern auch eine Waffe nie gekannter Kraft, die Kung Fu für immer besiegen und die Welt unterjochen könnte. Po und die Furiosen Fünf eilen zur Rettung. Noch ahnt der Panda nicht, dass viel mehr auf ihn wartet, als einfach nur ein weiterer Gegner…


Der Film

Filmweisheiten von vorgestern: Sequels wollen von allem MEHR und lachen über jeden, der von »Weniger« spricht, denn wenn weniger mehr ist, dann ist mehr noch viel besser. Kung Fu Panda 2 trug einige Monate vor seinem Kinostart im Mai 2011 noch den Beititel The Kaboom of Doom. Obwohl final nicht verwendet erlangt selbiger für den Film trotzdem eine passende und doppelte Bedeutung. Verdammnis und Verderben droht nicht nur durch den finstren Pfau Lord Shen und sein Kaboom-Instrument, reichlich zuviel Kaboom wird auch ein bißchen zum Verhängnis des Films. Nach dem Motto »wenn du schon wenig zu erzählen hast, dann schrei es wenigstens laut heraus« ergeht sich Kung Fu Panda 2 zu sehr in zwar abwechslungsreichen und oft toll gestalteten und animierten Actionsequenzen, die ihrer Häufigkeit und Länge wegen irgendwann aber nur noch ermüdend wirken. Damit wird Kung Fu Panda 2 zumindest in diesem Bereich zum Michael Bay unter den Animationsfilmen, bietet verhältnismäßigen Optikbombast wie dessen Transformers-Explosionspornos, vergisst dabei aber, dass ein Film kein Mixtape Marke Barney Stinson ist (»…people think a good mix should rise and fall. But people are wrong. It should be all rise, baby!«).

Von einem schlechten Film ist Kung Fu Panda 2 trotzdem um Längen weiter entfernt als die Bay-Flicks (und überhaupt ist der Vergleich zugegebenermaßen nicht der bruchsicherste). Die Actionberge werden zwar mit zu breiter Spitze und mit zu wenigen entspannenden Tälern aufgetürmt, dafür werden sie aber wenigstens auf flotten, originellen und gewitzen Wegen bestiegen. Das Kung-Fu-Gekloppe wird in wahnsinnigem Tempo vorgetragen, der nach wie vor leicht unbeholfene Panda Po und die wortwörtlich Furiosen Fünf legen los wie geölt, da dürften Klein und Groß gleichermaßen Grund zum freudigen Quietschen haben. Anfangs zumindest, denn da sind die Gefechte noch knackbunt wie im Vorgänger, später wird’s für Kinder vielleicht ein bißchen arg düster, zumal die Macher von Kung Fu Panda 2 nicht im gleichen Maße wie die Pixar-Konkurrenz das Mittel aus An- und Entspannung, aus den Atem anhalten und erleichtert aufatmen finden. Der im Animationsgenre beispiellos aussichtslos-düsteren Atmosphäre der Müllverbrennungsanlagen-Sequenz aus Toy Story 3 rückt Kung Fu Panda 2 visuell nah, bleibt dramaturgisch aber weit davon entfernt. Zu wenig Bangen, zu wenig Hoffen, zu wenig Erleichterung, dafür ein paar zu viele Missgriffe im Ton.

Der Humor zeigt in Kung Fu Panda 2 hier und da Kompatibilitätsprobleme zur Actionlastigkeit, zum pseudo-epischen Ansatz der Hauptstory und zur tragisch-persönlichen Charakterentwicklung von Hauptfigur Po. Die typischeen unlikely hero-Mechaniken und sehr viel kleiner skalierten Ausmaße des ersten Teil, der ja zu weiten Storyteilen aus der Ausbildung des tollpatschigen Pos bestand, bedienten noch denkbar günstig die Gags des Films und umgekehrt, im zweiten Teil hingegen wirken Pos unbeholfene und naive Einlagen öfter mal wie ein zu deutlicher Bruch, als wäre es in jeder Szene die Vorgabe an die Macher gewesen, Po als so verpaddelt wie möglich dastehen zu lassen. Das schafft leider mehrmals drastischere Kontraste, als es im Sinne des Geschehens gerade angebracht ist und sorgt in zu wenigen Szenen tatsächlich für ein auflockerndes und wirklich witziges Gegengewicht. Pos emotionale Reise zu innerem Frieden, indem er seine Vergangenheit nicht nur erfährt, sondern sie vor allem bewältigt, gerät überdies etwas zu einsilbig. Nicht nur schiebt der Film die Auflösung der Hintergründe des Pandas viel zu lange vor sich her, wo er sie doch bereits in der Eröffnungssequenz überdeutlichst anreißt, auch bleibt die Botschaft dahinter eine arg vage und undeutliche. Und dem Helden eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Schurken zu verpassen ist natürlich auch nicht eben der frischeste Storyeinfall.

Überhaupt, der Schurke: Pfau Shen kommt auf die ersten drei, vier Blicke deutlich weniger beeindruckend und bedrohlich daher, als noch der mächtige Tiger-Krieger Tai Lung im ersten Teil. Dass er sich Überlegenheit durch Waffenfortschritt verschafft entkräftet diesen Eindruck nicht unbedingt, ist aber insofern begrüßenswert, als dass es nicht erneut auf das alles entscheidende Duell Kung Fu-Krieger vs. Kung Fu-Krieger hinausläuft, sprich, der Film nicht zur punktgenauen Replik des Vorgängers wird. Dennoch: Shen ist ok, Tai Lung war besser. Die Wolfskriegerhorde des bösen Pfaus bleibt verschmerzbar persönlichkeitsfrei, wie (in dem Fall leider) auch die Furiosen Fünf, denen wenig bis gar nichts hinzugefügt wird und mit denen man ohne Kenntnis des Vorgängers als Zuschauer so wenig anzufangen weiß, wie anscheinend die Macher. Der Auftritt ihres Meisters Shifu gerät fast schon zum reinen Cameo, aus einem sehr schönen Element des Vorgängers, nämlich der Beziehung zwischen dem weisen Ailurus fulgens und seinen Schülern, wird somit nichts weiter gemacht.

Panda Po gerät ständig aus dem Gleichgewicht, sein zweites Abenteuer tut es ihm gleich. Kung Fu Panda 2 ist nicht mehr ganz so sympathisch, nicht mehr ganz so einladend exotisch wie noch der erste Teil, der es insgesamt einfach besser und runder hinbekam, zwischen Action und Humor zu wechseln. Da wollte die Story weniger, bot aber trotzdem mehr, da kam das Humorpotenzial der Hauptfigur besser zu Geltung und wurden die Nebencharaktere ausgewogener eingebunden. Ein mindestens ordentlicher Vertreter seiner Gattung ist Kung Fu Panda 2 aber schon geworden, der zu sehr ins Übergewicht gekippte Actionanteil bietet immerhin nette Ideen wie die Pac Man-Szene, in den 87 Minuten Spielzeit geht’s zwar teils entsprechend hektisch und übereilt zu, dafür aber auch ohne Längen. Drum bleibt’s insgesamt bei einem kurzweiligen Vergnügen, das nicht ganz so viel Spaß macht wie es könnte, das sich technisch und von den Sprechern her (wie von DreamWorks gewohnt ist die Originalfassung mit einer ganzen Reihe von Stars bestückt) in der oberen Klasse des Animationsgenres tummelt, erzählerisch allerdings mit viel Rumms, beziehungsweise Kaboom, auf der Stelle verharrt. Und so bleibt’s dabei: Konkurrent Pixar wird wohl immer die originelleren, die innovativeren, die reiferen, die weniger durchgekauten und mehrfach verdauten Geschichten erzählen.


Wertung & Fazit
Action Viiiiiiiiiiiiiel. So viel sogar, dass die Pause-Taste des Blu-ray-Players recht gelegen kommt, da die Häufigkeit und Länge der Einlagen spätestens ab Mitte des Films ermüdende Züge annehmen kann.
Spannung Kung Fu Panda 2 lässt sich nach knapp fünf Minuten bis ins letzte Detail vorraussagen, dramatische Spitzen werden innerhalb der kurzen Laufzeit zu schnell aufgelöst, um echte Spannung und Mitfiebern zuzulassen.
Anspruch Wer bin ich, wo komme ich her, zu wem gehöre ich?… Altbekannte Fragen, wenig reich an Aussage behandelt.
Humor Er hat sich abgenutzt, der hungrige, tollpatschige Pandabär. Reicht noch für ein paar gute Gags, die sich aber gerne mal mit der Action nicht vertragen.
Animation Da kann man wenig bemängeln. Keine ausgefeilt-lebensechten, aber passende Animationen, tolle Panoramen, dynamische Einlagen – das passt so.
Regie Jennifer Yuh Nelson ist dank Kung Fu Panda 2 die kommerziell erfolgreichste RegisseurIN aller Zeiten. Das ändert nichts daran, dass der Kuss der Inspiration sie und ihr Team nicht unbedingt aufgeweckt hat…
FAZIT
Will den Vorgänger gerne in allen Bereichen übertrumpfen, bleibt in dieser typischen Sequel-Mentalität aber hinter dessen Qualitäten zurück. Solides Animationskino, das unterhält, aber nicht vollends überzeugt. Für den überdeutlich angeteasten Teil 3 darf’s wieder etwas weniger=mehr sein…

Relevante Themen in ChristiansFoyer
Stars im Portrait: ANGELINA JOLIE

Mehr zum Film

Holt euch den Film

Kung Fu Panda 2 ist ab dem 27.10.2011 auf Blu-ray & DVD erhältlich. Bestellt den Film über einen der folgenden Links bei Amazon.de und unterstützt damit ChristiansFoyer. Danke!



Bewerten & Teilen

b1749008efdd0bfb30160d1111bd413f
  • Sheeeeep

    Empfand ich ähnlich, ein Tick besser aber als deine Wertung ;)
    Aber wieder vortrefflich getextet!

    • http://christiansfoyer.de/ ChristiansFoyer

      Danke danke ;)

  • http://whoknowspresents.blogspot.com/ Whoknows

    Ein Film mit der Jolie, in dem man ihre Lippen nicht sieht? Vielleicht. Ich finde aber schon ihre Stimme unterträglich genug. Sie lippelt so. ;)

    • http://christiansfoyer.de/ ChristiansFoyer

      Dann schaust’ halt die Synchronfassung. Bettina Zimmermann ist schließlich mit dezenterem Mundwerk unterwegs ;)

  • http://goingtothemovies.wordpress.com donpozuelo

    Ich war auch sehr überrascht, wie gut der zweite Teil doch geworden ist. Fand den überraschender Weise sogar fast ein wenig besser als den ersten. Ich fand nur diese Einlage der “Panda-Vergangenheit” ein wenig zu übertrieben – aber irgendwie mussten sie sich ja Materialvoraussetzungen für Teil 3 schaffen ;)

    • http://christiansfoyer.de/ ChristiansFoyer

      Wie unter den Erwartungen erwähnt: mein Eindruck des ersten Teils ist nicht mehr der frischeste, aber ich meine, den besser gefunden zu haben. Ja, Teil 3 dürfte da kaum ausbleiben, zumal der zweite ja auch nochmal erfolgreicher als der erste war… Da denk ich mit Graus an den dritten Shrek…

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by Christian Hoja

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